Die Welt geht unter: EA kauft BioWare/Pandemic

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Notarzt
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Re: Die Welt geht unter: EA kauft BioWare/Pandemic

#51 Beitrag von Notarzt » Montag, 24. September 2012, 14:01

Es gab ja bereits vor Wochen das Gerücht, dass die beiden Bioware-Gründungsmitglieder Ray Muzyka und Greg Zeschuk das Unternehmen verlassen wollen.

Bei Gamasutra gibt es jetzt eine kurze Story, die die Details beleuchtet. Und die Sache damit quasi bestätigt. Beide sind dem Thema Videospiele überdrüssig geworden und wollen die Branche verlassen.

Es ist jetzt spannend zu sehen, was aus Bioware wird. Ob es langfristig noch als Label von EA weiter existiert, oder irgendwann verschwindet bzw. als gewöhnliches EA Studio weiterläuft.

MfG

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Jim
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Re: Die Welt geht unter: EA kauft BioWare/Pandemic

#52 Beitrag von Jim » Montag, 24. September 2012, 14:39

Es wird ohne die zwei vermutlich genau so weitergehen wie es mti ihnen weitergegangen wäre. Ich verstehe nicht wieso man in der heutigen Zeit noch so wert auf die "Gründungsmitglieder" legt. Vor 20 Jahren wo ein Spiel noch von zwei Mann in ihrer Garage gemacht werden konnte, okay, da machte das ja Sinn. Aber heut zu Tage reden wir von Teams im dreistelligen Bereich oder gar darüber, viele kluge Köpfe die in einer Firma und hinter einem einzigen Spiel stecken. Was hat denn Infinity Ward gemacht nachdem die zwei Cheffes weg sind? Modern Warfare 3 und, im Rahmen der MW Serie, es war gut. Heut zu Tage ist es doch irgendwie schon nahezu bedeutungslos ein Begründer einer Firma zu sein, einfach aufgrund der Größe die das Ganze inzwischen angenommen hat. Und heut zu Tage ist das eben dann halt eine oder zwei Personen die gehen - von vielen. Es fehlen nicht mehr 50% der Entwickler oder der kreativen Köpfe, es geht eine/zwei Personen eines großen Ganzen und ich würde spontan behaupten das in den allerwenigsten Fällen diese ein-zwei Personen so elementar wichtig sind, dass das Geschick der Firma in ihren Händen lag.
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Re: Die Welt geht unter: EA kauft BioWare/Pandemic

#53 Beitrag von Notarzt » Montag, 24. September 2012, 15:11

Weil die Führungskräfte in jedem Unternehmen die mit großem Abstand wichtigste Ressource sind. Kein Unternehmen ist von sich aus "gut", kein Abteilung liefert von allein exzellente Arbeit ab. Das Unternehmen und sein Erfolg ist die Summe der Mitarbeiter, die den betriebswirtschaftlichen Erfolg auch mit ihrer Arbeit umsetzen. Die besten Unternehmen liefern die besten Produkte, weil sie in Summe die engagiertesten Mitarbeiter haben.

Und wenn wichtige Leute gehen, dann kann das negative Folgen haben. Es KANN sein, es muss aber nicht. Muzyka und Zeschuk haben aber den den Laden aufgebaut, Strukturen geformt und Prozesse gestaltet. Wenn die wegbrechen, stellt sich die Frage, ob fachlich und menschlich gleichwertige Köpfe ihren Job weiterführen. Leute, die eine ausreichende Sachkenntnis haben und Menschen führen können. Von allein entwickelt sich kein Computerprogramm. Ohne gute Köpfe wie diese beiden, könnte die übrigen Teams aus der Spur geraten. Es könnte ja sein, dass EA irgendeinen beliebigen Truchsess statt ihrer Stelle platziert.

Die zweite Frage ist, wie sich im Hause Bioware nun die Rechte und Pflichten verändern. Muzyka und Zeschuk haben sich möglicherweise gewisses Gestaltungsspielräume gegenüber EA offen gehalten oder ihre schützende Hand über Teile des Studios gelegt.

Und Drittens: Muzyka und Zeschuk haben den Laden aufgebaut, es ist das Werk ihrer Arbeit und Mühen. Und da zählt natürlich jeder Versuch, Schaden vom eigenen Unternehmen, dem "Lebenswerk" abzuwenden. Auch wenn Bioware nun schon eine ganze Weile EA gehört, werden die beiden sicherlich nicht jeder Maßnahme vorbehaltlos zugestimmt haben. Jetzt hat EA möglicherweise die Gelegenheit, Dinge zu ändern oder den Laden sogar umzukrempeln. Ob sich das dann positiv oder negativ auswirkt, muss sich zeigen.

Man darf Wirkung und Einfluss solcher Leute nicht unterschätzen. Bioware war mal eines der großen unabhängigen Studios, ein Dinosaurier der Branche. Das diese Dinos heute nicht mehr selbst lebensfähig sind, stimmt durchaus. Aber dennoch machen die alten Hasen den Unterschied aus. Man sieht sehr gut an Blizzard (North)s "Diablo"-Reihe, wie stark sich die Charaktere in ihrer Software verewigen. Oder auch nicht, was Teil 3 gerade wunderbar zeigt.

Man stelle sich mal vor, John Carmack hätte im Rahmen der Übernahme von id Software durch ZeniMax Media den Laden verlassen. Wie wichtig einzelne Team-Mitglieder sind, beweist hier John Romero. Nach seinem Abgang fehlte den id-Spielen einfach etwas. Gleichzeitig hatte er allein nicht die Möglichkeiten, ein ähnliches Niveau zu erreichen. "Daikatana" einen Totalausfall zu nennen, ist sicherlich übertrieben. Aber der große Wurf, wie seine id-Brüder, war es bei weitem nicht.

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Re: Die Welt geht unter: EA kauft BioWare/Pandemic

#54 Beitrag von Jim » Montag, 24. September 2012, 17:12

Eben genau deshalb. In der SUMME die engagiertesten Mitarbeiter. Das schließt alle Köpfe mit ein. Vielleicht habe ich auch einfach nur ein ganz grundlegend falsches Bild davon wie es in so einer Firma abläuft, mag ja auch sein, aber ich denke doch das gerade die Qualität von Bioware nicht bloß von diesen zwei Leuten stammte. Aber nur weil jemand mal einen Laden aufgebaut hat, bedeutet das in meinen Augen nicht zwangsläufig das diese Leute heute noch dieselbe Relevanz haben wie einst. Die gesamte Branche/Szene ist massiv gewachsen in den letzten Jahren. Man redet hier, wie gesagt, nicht mehr von nem halben Dutzend Leuten die ihre Arbeit erledigen (siehe id, wie viele Leute waren das als Romero fortging?). Ich will gar nicht bestreiten das einzelne Leute durchaus einen Einfluss haben können, aber ich denke einfach das sie bei den Größen die so eine Spieleschmiede heut zu Tage hat eher verschmerzbar sind als es noch vor zwanzig Jahren der Fall gewesen wäre. Wesentlich besser verschmerzbar.
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Re: Die Welt geht unter: EA kauft BioWare/Pandemic

#55 Beitrag von LiquidSnakE » Montag, 24. September 2012, 18:32

Notarzt hat geschrieben:Es gab ja bereits vor Wochen das Gerücht, dass die beiden Bioware-Gründungsmitglieder Ray Muzyka und Greg Zeschuk das Unternehmen verlassen wollen.

Bei Gamasutra gibt es jetzt eine kurze Story, die die Details beleuchtet. Und die Sache damit quasi bestätigt. Beide sind dem Thema Videospiele überdrüssig geworden und wollen die Branche verlassen.
Nicht zu vergessen, dass Drew Karpyshyn bereits im vergangenen Februar seinen Hut nahm. Man kann über das von ihm ursprünglich geplante Ende von Mass Effect 3 (das es so nie gab, for better or worse) denken, was man will, aber der Mann hat durch sein Writing definitiv einen beachtlichen Teil des Erfolges von Bioware begründet.
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Re: Die Welt geht unter: EA kauft BioWare/Pandemic

#56 Beitrag von LIH » Montag, 24. September 2012, 19:58

Egal wie groß die Relevanz der Leute und ihr Einfluss ist, da habe ich keine Ahnung und will auch gar nicht diskutieren.

Aber ich denke mal Bioware wird als Name auf jeden Fall erst mal bleiben.
Natürlich gab es in letzter Zeit Kritik über die Produkte, aber zur Zeit ist Bioware einfach ein großer Name, der allein genügend Kunden anlockt. Die müssten in den nächsten Jahren schon richtige Scheiße produzieren (nicht nur von der Story, auch vom Gameplay und der Technik her), dass Bioware in Schwierigkeiten gerät und den guten Ruf verliert. So doof wird EA sicher nicht sein das Team vollständig gegen die Wand zu fahren. Obwohl, was war da mit Westwood ...
Ok, sagen wir mal, so doof sind die bestimmt nicht noch einmal. :blueeye:

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Re: Die Welt geht unter: EA kauft BioWare/Pandemic

#57 Beitrag von PaulBearer » Dienstag, 25. September 2012, 13:16

Ich sag mal, Shigeru Miyamoto/Nintendo. Ja, ein einzelner Mann, auch wenn er nicht an der Spitze steht, kann für ein Unternehmen unheimlich wichtig sein.
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Re: Die Welt geht unter: EA kauft BioWare/Pandemic

#58 Beitrag von Jim » Dienstag, 25. September 2012, 13:36

Ich sähe Miyamoto, inzwischen, schon beinahe als Negativbeispiel. Oder bin ich etwas der einzige der findet das Nintendo sich auf dem halben Dutzend Franchises die der Mann geschaffen hat seit zwanzig Jahren nahezu ausruhrt. Jedes Mario/Zelda ist doch ein garantierter Hit und das obwohl gerade erstere Serie seit einer gefühlten Ewigkeit gameplaytechnisch arg wenig Innovation aufweist. Klar gibts die Ausreißer und ich sage ja auch nicht das die Mario Spiele SCHLECHT sind, aber mir ist da ein Titel der mal etwas neues wagt tausendfach lieber als "New Super Mario Bros 2" was sich im Grunde spielt wie eine leicht gepimpte Version von einem Spiel aus den 80ern. Der Mann hat sicherlich ganz, GANZ groß zur Prägung der Szene beigetragen (wenn er nicht sogar hinsichtlich dessen die wichtigste Einzelperson war, die wir bis dato hatten) aber ob man die Ressourcen eines "Mario Kart 7" oder "Super Mario Galaxy 2" oder "StarFox 64 3D" oder einiges anderes was aus Miyamotos Feder in letzter Zeit gekommen ist nicht besser hätte aufwenden können, sei mal dahingestellt.
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Re: Die Welt geht unter: EA kauft BioWare/Pandemic

#59 Beitrag von KT » Freitag, 28. September 2012, 16:06

Jim hat geschrieben:und das obwohl gerade erstere Serie seit einer gefühlten Ewigkeit gameplaytechnisch arg wenig Innovation aufweist.
Das ist schlichtweg eine falsche Wahrnehmung. "Super Mario Galaxy" und danach "Super Mario Galaxy 2" wurden extrem gelobt und "Super Mario 64" hatte davor wieder einmal das Genre revolutioniert gehabt. Wobei das auch an Hardware geknüft gewesen ist - 3D-Stick beim N64, Wii-Mote.

Ich denke weltweit kann sich keiner mit Miyamotos beständigem Output messen. Klar liegen zwischen den Juwelen immer ein paar Jahre, aber nicht mal das schaffen andere "Super Stars" der Branche so in der Form über Dekaden, siehe Lord British, Molineux, und Co. selbst Yu Suzuki, der sich irgendwie selbst ins Abseits geschoben hat. :(

Mir sagen die "Mario"-Titel insgesamt überhaupt nicht zu, aber das ändert nichts daran, dass es oft herausragende Titel (siehe Fachpresse) sind und nicht einfach nur irgendwelche 3D-Jump'n'Runs. Und das sind nur die "Mario"-Titel, "Nintendogs" z.B. war genauso eine Revolution, ob man es wahr haben will oder nicht. ;)
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Re: Die Welt geht unter: EA kauft BioWare/Pandemic

#60 Beitrag von Jim » Freitag, 28. September 2012, 16:27

Klar, SM64 war genial weil es das Jump n Run Gameplay im Grunde perfekt in 3D geliefert hat. Super Mario Galaxy war ein hervorragendes Spiel, hab ich verschlungen. Aber wirkliche Innovation bot das Ding nicht. Man rannte, man sprang, und man hatte halt hier und da ne mal ne etwas "seltsame" Kameraperspektive wegen dem Medium der "kleinen Planeten". Es war dennoch ein hervorragendes Spiel. New Super Mario Bros war auch ein total dufter Titel, aber der hat doch im Grunde so gar nix neues gebracht. Ich sage nicht das Mario Spiele schlecht sind, denn das sind sie nicht. Mario kriegt soweit noch fast jedes Mal die Jump n Run Mechaniken nahezu perfekt hin, es spielt sich absolut super - aber das gameplay ist jedes Mal fat wie anno dazumal. Ich würde sogar behaupten das das ein Grund ist wieso man nahezu jedes Maio Spiel auch einfach nehmen und sofort flüssig drauf los spielen kann.
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Terence
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Re: Die Welt geht unter: EA kauft BioWare/Pandemic

#61 Beitrag von Terence » Donnerstag, 1. November 2012, 15:13

Edit: Posting war totaler Müll, ich habe einen Link von weiter oben gerepostet. Sorry, mach ich nicht nochmal :mrgreen:
Der Ausdruck Troll bezeichnet:
-ein nicht-menschliches Wesen in Mythologie und Literatur, siehe Troll (Mythologie),
-eine Person, die in Diskussionsforen, im Usenet, in Wikis oder per E-Mail andere Teilnehmer provoziert, siehe Troll (Internet)

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Re: Die Welt geht unter: EA kauft BioWare/Pandemic

#62 Beitrag von Jim » Donnerstag, 1. November 2012, 15:16

Klingt auch nicht besser als das was letzten Endes präsentiert wurde.
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