Die prägendsten Figuren in Videospielen

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LiquidSnakE
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Die prägendsten Figuren in Videospielen

#1 Beitrag von LiquidSnakE » Samstag, 29. Dezember 2012, 23:47

Ich wollte schon länger so einen Thread starten. Wie bekannt ist, lege ich in Videospielen (neben anderen Dingen) sehr viel Wert auf Story und Charaktere (bzw. deren Persönlichkeit und Glaubwürdigkeit). Da ich wohl nicht der einzige bin, dem es so geht, interessiert mich, welche Charaktere - Helden, Bösewichte, NPCs, egal - euch besonders im Gedächtnis geblieben sind, und warum. Liegt es am Charakter, an seiner Persönlichkeit, an der Performance des Voice Actors, der ihn/sie/es vertont? Ein paar Worte zu euren Lieblingen wären besonders bei unbekannten Spielen super, aber wie ihr wollt.

Für die Diskussion möchte ich euch um 2 Dinge bitten:

1) Bitte nehmt Rücksicht auf Mitglieder, die das Spiel, von dessen Charakter ihr erzählt, nicht kennt, und setzt Spoiler-Tags wenn nötig! Verderbt anderen ihr Spiel-Erlebnis nicht!

2) Bitte tut allen, die das jeweilige Spiel nicht kennen, einen Gefallen und trennt in Helden, NPCs und Bösewichte auf - sonst kennt sich niemand mehr aus, von welcher Art Charakter ihr sprecht.

Also, fangt an!
"Alter Falter, wie du immer wieder diverse Top Titel komplett verreißt geht doch auf keine Kuhhaut mehr."
- Kaysa

"Es gibt weltweit auch keinen Nachweis, dass Christian Pfeiffer sinnvoll ist."
- Chris Schmitz (Ubisoft)

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RipvanWinkle
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Re: Die prägendsten Figuren in Videospielen

#2 Beitrag von RipvanWinkle » Sonntag, 30. Dezember 2012, 13:33

Super Thread - einen ähnlichen habe ich schonmal eröffnet, und wollte ich eigentlich nochmal eröffnet, allerdings eher mit Schwerpunkt auf Schurken.
Also fangen wir mal an:

HELDEN:
Guybrush Threepwood aus der Monkey Island-Reihe - Teil 1 war eines meiner ersten Computerspiele, und ich war sofort voll eingenommen. Wobei für mich die FIgur eigentlich erst mit der Sprachausgabe aus Teil 3 wirklich zur Perfektion gelangte - die Stimme war genial ausgewählt und hat die Mischung aus Memme und nettem Kerl perfekt auf den Punkt gebracht.

Max Payne - zumindest der aus Teil 1: Kaum ein Spiel hat meine sämtlichen Sinne (neben dem visuellen) derart angesprochen wie MP 1: Ich habe den sauren ungeniessbaren Kaffee direkt selbst auf der Zunge geschmeckt, wenn Max einen Hausflur betrat, konnte man die Pisse aus den Ecken direkt selbst riechen - der Typ war mir nicht im eigentlichen Sinne sympathisch, aber diese Figur des tragischen Antihelden war mir damals aus Spielen noch komplett unbekannt - keinen glänzenden Soldaten, keinen witzereissenden Actionstar - einfach nur ein armer, versoffener Hund, der nichts anderes wollte als Vergeltung.

Der Typ aus Gothic - keiner kannte seinen Namen, er war als Persönlichkeit eigentlich komplett formbar, aber er hat trotzdem eine eigenartige Tiefe: Toller Synchronsprecher, ein gewisser ruppiger Charme. Einer meiner liebsten Charaktere überhaupt.

Der Typ, den ich mir in Saints Row zusammengebastelt habe - der hat zwar nie was gesagt, und ich habe grad kein Foto zur Hand, aber ich habe mir in stundenlanger Kleinarbeit und mit den richtigen Klamotten wirklich einen furchterregenden Rausschmeissertyp erstellt, dem man wahrhaftig nicht im Dunkeln begegnen will. Ohne diese Figur hätte mir SR nur halb so viel Spaß gemacht.

SCHURKEN:
Officer Frank Tenpenny aus GTA San Andreas - diese Figur repräsentiert für mich den ultimativen "Badass" und er ist gleichzeitig der meiner Meinung nach gelungenste Antagonist aus dem GTA-Universum. Ein durch und durch korrupter Bulle, dem Recht und Ordnung nur Mittel zum Zweck sind, der eigentlich niemals auch nur die Stimme erhebt, dessen unterschwellige Brutalität in jedem Satz mitschwingt, der
Spoiler: Zeigen
ohne mit der Wimper zu zucken einen jungen Kollegen erschiesst, als er seinen Machenschaften auf die Schliche kommt
, und der in diesem Spiel eigentlich die Positionen von Gut und Schlecht komplett auf den Kopf stellt - denn ein Großteil des Spiels verbringt man ja als seine bitch. :wink:

NPCS:
Little Jacob aus GTA IV - ich habe es schon oft gesagt, aber dies war die Figur, die ich in Teil 4 am liebsten gespielt hätte - ein entspannter Gras- und Waffenhändler mit witzigem authentischen Jamaica-Slang: Dies wäre das Milieu gewesen in das ich bei einem GTA am liebsten eingetaucht wäre.

Und das bringt mich dann gleich zu meiner Goldenen Himbeere, denn nicht DIE, aber auf jeden Fall EINE der prägendsten Figuren in negativer Hinsicht ist für mich

Nico Bellic aus GTA IV - ein unsympathischer, ungepflegter Spargelstecher ohne jedes Charisma, der sofort für Tage in Selbstmitleid zerfliesst, wenn er sich nur mal die Zehe stößt, und dem zumindest ich niemals abgenommen habe, das er mal ein erfolgreicher und skrupelloser Söldner war. Von der ersten bis zur letzten Minute ging mir der Typ auf den Zeiger - für mich der größte Griff ins Klo, den sich Rockstar in Sachen Charaktere jemals geleistet hat.

Gut möglich, dass mir noch mehr einfällt; das wärs aber fürs Erste.
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Terence
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Re: Die prägendsten Figuren in Videospielen

#3 Beitrag von Terence » Sonntag, 30. Dezember 2012, 13:36

"the only way for UNATCO to survive is for the good people to stay." - Sam Carter
-Sam Carter aus Deus Ex ist eine verdammt tiefgründige Nebenfigur, ich habe jedes Gespräch mit ihm genossen.


"Die Jungs würden eine gute Geschichte nocht nicht mal erkennen, auch wenn sie 120 Mark dafür gezahlt hätten." - Guybrush Treepwood
-Sein Wortwitz hat mich massiv geprägt. Mehr muss man nicht zu unserem Lieblingspiraten sagen.

Metal Gear Mk. II aus Snatcher
-Dieser kleine Robosidekick ist einfach nur menschlich, allgemein ist es verdammt schwer bei Snatcher nicht emotional zu werden.
Der Ausdruck Troll bezeichnet:
-ein nicht-menschliches Wesen in Mythologie und Literatur, siehe Troll (Mythologie),
-eine Person, die in Diskussionsforen, im Usenet, in Wikis oder per E-Mail andere Teilnehmer provoziert, siehe Troll (Internet)

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zombie-flesheater
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Re: Die prägendsten Figuren in Videospielen

#4 Beitrag von zombie-flesheater » Sonntag, 30. Dezember 2012, 16:08

Terence hat geschrieben:...Snatcher...
:respekt:

Eigentlich alle Charaktere aus Snatcher.

Duke Nukem, Lo Wang (Shadow Warrior) und Caleb (Blood) fand ich ebenfalls klasse. War AFAIR eigentlich auch das erste Mal, dass die Hauptperson in einem Egoshooter Kommentare zum Besten gegeben hat.
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Wenn im Zimmer kein Platz mehr ist,
kommen die Games in den Keller.

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LIH
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Re: Die prägendsten Figuren in Videospielen

#5 Beitrag von LIH » Sonntag, 30. Dezember 2012, 17:42

Tja, als Bösewicht fällt mir natürlich gleich mein Avatar ein. Ansonsten hat die Reihenfolge jetzt keine Bedeutung.

Yuri aus Command & Conquer: Red Alert 2 perfekt gespielt von Udo Kier. Meiner Meinung eh seine größte und beste Rolle. Der Archetyp des größenwahnsinnigen Weltherrschers, der auch deine Gedanken beherrschen will. Großartig auch, wie Yuri erst seine eigene Pläne schmiedet und dann den sovietischen Premier stürzt um die Welt zu erobern.
Eigentlich sind ja alle Charaktere aus dem Spiel zum Lachen und stark überzeichnet, aber für mich sticht Yuri heraus. Ich liebe diesen Bösewicht. :mrgreen:

GLaDOS aus der Portal Serie. Natürlich einprägsam wegen der wunderbaren Synchro und den lustigen Sprüchen. Diese Sprüche sind so genial, weil GLaDOS genau wie Data aus Star Trek Probleme hat sich menschlich zu Verhalten. Data fehlt es an Subtilität um Humor zu verstehen und Witze zu machen, GLaDOS fehlt es an Subtilität um die Spielfigur zu beleidigen, so fallen die Beleidigungen oft extrem plump aus und man denkt vielleicht auch darüber nach, was menschliche Kommunikation ausmacht.

Wer Bully: Die Ehrenrunde bzw. Canis Canem Edit noch nicht gespielt hat, sollte eher nicht rein gucken, je nachdem ob ihr wisst, wer der Hauptantagonist des Spieles ist.
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Gary aus Bully: Die Ehrenrunde oder Canis Canem Edit wie auch immer. Eigentlich ist es schon viel mehr diese einzigartige Beziehung und Dynamik zwischen Jimmy und Gary, die so einzigartig ist und Rockstar bisher nicht übertreffen konnte. Der Spieler (Jimmy) lernt Gary schon zu Anfang kennen und ist mit ihm befreundet. Schnell merkt man, dass Gary keine sonstigen Freunde hat und körperlich keine Gefahr für Jimmy ist. Aber Gary ist intelligent und versteht es Intrigen zu spinnen und vermeintlichen Freunden in den Rücken zu fallen. So gesehen ist der Spieler Goliath und Gary der chancenlose under-dog David. Dies alles geschieht im Mikrokosmos der Schule, in dem man sich nicht aus dem Weg gehen kann. Richtig zerrissen hat mich die Halloweenmission, in der Gary verkleidet als Nazi Offizier rum läuft. :mrgreen:
Eigener Spieler:

Duke Nukem aus der gleichnamigen Serie. Wobei ich die ersten beiden Teile gar nicht mit einbeziehe. Dürfte wohl einer der ersten Egoshooter Charaktere gewesen sein, der selbst Sprüche zum Besten gibt und das nicht zu knapp. Dazu ein Aussehen wie eine Karikatur von Arnold Schwarzenegger und eine perfekt passende tiefe Stimme. Duke ist einfach die übertriebene Karikatur eines 80er/90er Jahre Action Helden; Viel Muskeln, nichts im Kopf mit markigen Sprüchen, die selbst Arnie zu kindisch wären.

Max Payne aus der gleichnamigen Serie. Wie schon gesagt, der Archetyp des Antihelden, dessen Leben einfach nur mehr und mehr Leiden und Scheitern für ihn bereit hält und trotzdem steckt er es mit einem zynischen schon fast wahnsinnigen Grinsen ein (zumindest in Teil 1). Dazu eben noch seine sarkastischen Gedanken zum Geschehen, die manchmal dann schon zu übertrieben poetisch sind.

Gordon Freeman aus der Half Life Serie. Es sind nicht meine Lieblingsspiele und Freeman nicht mein Lieblingscharakter (wie könnte er auch, er ist farbloser als Luft), aber sein Schweigen gerade in den Spielen ab Teil 2 ist irgendwie auch prägnant, vor allem weil so manche Dialoge dadurch unglaublich abstrus und grotesk wirken. Solange Gordon kein Wort über die Lippen kriegt, wird es sicher auch keine Cutscenes in Half Life geben, sonst würde einem dieser "Fehler" noch viel mehr auffallen. In einem Spiel, in dem alle anderen Figuren eine relative charakterliche Tiefe eines Ozeans haben fällt gerade Gordon mit der Tiefe einer Pfütze auf. Aber es geht ja nicht darum jetzt seine Lieblingscharaktere aufzuzählen, sondern die prägendsten Figuren.

Der Prinz aus Prince of Persia TSoT/WW/TtT/(2008), den aktuellen Teil habe ich nicht gespielt. Fans werden wohl feine Nuancen in jedem Spiel ausmachen können, aber für mich ist der prägnante Aspekt in allen diesen Spielen, dass der Prinz eine LKW Ladung Sarkasmus und Zynismus in ein Märchen aus 1001 Nacht bringt. Auf dem Papier scheint das nicht zu passen, aber es funktioniert. Jetzt könnte ich mir auch ein Spiel vorstellen in dem Schiller ein Hip Hoper und Mozart ein Emo/Goth ist. :blueeye:

Ehrenwerte Nennungen, die nicht so wirklich prägnant sind, aber mir doch hängen geblieben sind:

Joe Barbaro aus Mafia 2. Während ich ein wenig Probleme hatte mich mit meinem Charakter Vito Scaletta zu identifizieren, fiel mir das mit Joe leichter. Er ist der typische Sidekick und comical relief im Spiel, der den Spieler immer wieder mit seinen nicht ganz durchdachten Plänen in Schwierigkeiten bringt. Eigentlich ein lässiger Typ, der einfach kein Bock auf harte Arbeit hat und lieber die Freuden des Lebens genießt. Darum ist er wahrscheinlich auch fett, abnehmen ist so anstrengend. Leichte Mädchen kommen bei ihm wohl genauso schnell ein und aus wie das Geld. Seine Kleidung und sein Mobiliar zeugen von einem schnellen, auffälligen Lebenstil, man könnte auch sagen er hat keinen guten Geschmack.
Alles in allem stellt Joe nur einen Stereotypen dar, dies macht er aber in Perfektion bis ins letzte Detail.

Viele Charaktere aus anderen Rockstar Spielen. Es gibt halt einfach viele tolle und verrückte Typen gerade in den GTA Spielen. Entweder weil sie einen Stereotypen ausfüllen und auf die Spitze treiben, oder auch weil sie ein Vorurteil gänzlich brechen und überraschen. Aber eigentlich fällt mir kein wirklich prägnanter Charakter ein.
Außer vielleicht Tony aus der GTA Erweiterung The ballad of Gay Tony. Tony ist ein einfacher Geschäftsmann, der am liebsten nur seine Clubs leiten will, aber mit der Mafia Streit hat und sich ständig blöde Sprüche wegen seiner Sexualität anhören muss. Er lässt sich mit den falschen Leuten ein und hat einen besseren Partner verdient, aber er ist eben manchmal zu schwach. So lässt er sich von vielen seiner Freunde ausnutzen und von anderen unterbuttern. Er macht Fehler, er ist menschlich und so will man ihn manchmal helfen und ein anderes mal lieber gleich selbst die Fresse polieren.

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Re: Die prägendsten Figuren in Videospielen

#6 Beitrag von Zombie » Donnerstag, 3. Januar 2013, 15:16

Helden

1. Gordon Freeman (endlich mal einer der das Maul hält) :headbang:
2. Duke
3. Lara Croft

Bösewichte

1. Elexis Sinclair (immer noch unerreicht) :respekt:
2. Vaas
3. Gangsterboss aus Kingpin: Life of Crime
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Re: Die prägendsten Figuren in Videospielen

#7 Beitrag von Kaysa » Mittwoch, 9. Januar 2013, 16:11

Lan Di aus Shenmue und Shenmue II

Das war so ziemlich das erste Mal in einem Spiel, dass mich eine Story derart gefesselt hat und man diese Person unbedingt finden und zur Strecke bringen wollte. Das die Story bis heute nicht abgeschlossen und Lan Di somit ungestraft davongekommen ist, machts umso schlimmer ^^

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LIH
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Re: Die prägendsten Figuren in Videospielen

#8 Beitrag von LIH » Mittwoch, 9. Januar 2013, 19:10

Wann gibt eigentlich LiquidSnakE seine Favoriten bekannt?
Und welcher Charakter wird es wohl sein, der ihn so beeindruckt? Hm ... :mrgreen: :blueeye:

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Piados
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Re: Die prägendsten Figuren in Videospielen

#9 Beitrag von Piados » Freitag, 11. Januar 2013, 13:29

Helden:
Guybrush Treepwood - Monkey Island. Wegen des Wortwitzes, seiner Naivität und der Synchronstimme von Norman Matt seit "The Curse of Monkey Island".
Hawke - Dragon Age 2. Der Typ war mir symphatisch. Vielleicht wegen des Barts. War irgendwie, nicht der typische Held. Das Spiel ist nur leider scheiße.
Manny - Grim Fandango. Nicht zuletzt wegen der Stimme von Tommy Piper.
Larry Laffer - Leisure Suit Larry. Jon Lovitz wäre die perfekte Besetzung, wenns 'nen Film gäbe.

Bösewichte:
SHODAN - System Shock. Beste(r) KI-Bösewicht(in)
LeChuck - Monkey Island. Ohne ihn hätte Guybrush keinen Grund, all diese lustigen Abenteuer zu bestehen.

NPC:
Minsk und Boo - Baldur's Gate 1+2. "Immer auf die Augen Boo, IMMER auf die AUGEN!"
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Wiborg
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Re: Die prägendsten Figuren in Videospielen

#10 Beitrag von Wiborg » Freitag, 1. Februar 2013, 13:54

Helden:
Guybrush Treepwood ist in der Tat der erste Charakter der mir beim Lesen der Überschrift eingefallen ist.
Dann natürlich Gerald von Riva aus der "The Witcher-Serie". Er lebt mein Leben! :megalol:
Selbstverständlich alle Wiborg´s, die ich mir erstellt habe in Spielen wie Baldur´s Gate, Icewind Dale, Neverwinter Nights, Nordland-Trilogie, alle Elder Scrolls Spiele usw.
Aus Baldur´s Gate gefällt mir noch der Krieger mit Herz Minsc und natürlich Boo
Duke Nukem find ich ebenfalls cool mit seinen Sprüchen, erinnert mich an die Filmhelden der 80er.
Desweiteren mag ich die Protagonisten aus F.E.A.R. oder S.T.A.L.K.E.R.
Sam&Max aus Sam&Max: Hit the Road, ich mag den Humor.
Christopher „Maverick“ Blair aus der Wing Commander Serie

Bösewichte:
Das lila Tentakel aus Maniac Mansion 2.
Le Chuck natürlich aus Monkey Island
Der Computergegner aus Populous, weil er mich so lange gequält hat :lol:
Diese verdammten Rebellen aus Star Wars: Empire at War! Die Galaxis könnte so schön sein...
Alma aus der F.E.A.R. Serie
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RipvanWinkle
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Re: Die prägendsten Figuren in Videospielen

#11 Beitrag von RipvanWinkle » Sonntag, 10. Februar 2013, 03:40

Wiborg hat geschrieben:
Desweiteren mag ich den Protagonisten aus F.E.A.R.
Ach, meinst Du zufällig den?

F.E.A.R. hatte keinen Protagonisten - es hatte eine Vorwärtstaste mit Namen. :roll:
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Re: Die prägendsten Figuren in Videospielen

#12 Beitrag von Wiborg » Sonntag, 10. Februar 2013, 22:39

Wenn ich auf den Link klicke, sehe ich nur Werbung. Davon ab kann ich mich nicht erinnern, dass jemals im Spiel der Name des Protagonisten gefallen ist. Zwar wird seine Vergangenheit aufgerollt und die Familienverhältnisse geklärt aber er bleibt - meines Wissens nach - Namenlos. Zumindest im Hauptspiel, die Add Ons habe ich grade erst angefangen.
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LiquidSnakE
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Re: Die prägendsten Figuren in Videospielen

#13 Beitrag von LiquidSnakE » Mittwoch, 27. März 2013, 00:08

LIH hat geschrieben:Wann gibt eigentlich LiquidSnakE seine Favoriten bekannt?
Und welcher Charakter wird es wohl sein, der ihn so beeindruckt? Hm ... :mrgreen: :blueeye:
Du wolltest es so. Mach dich gefasst auf einen Beitrag, den niemand lesen wird, weil er viel zu lang ist. :blueeye:

Helden

Solid Snake (Metal Gear 1/2/Ghost Babel, Metal Gear Solid 1/2/4/The Twin Snakes, Metal Gear Acid 1/2 - und Snake's Revenge, aber vergessen wir das lieber)

Aus meiner Sicht ein perfekt gezeichneter Held. Solid Snake ist kein Ritter in schimmernder Rüstung, sondern ein (anfangs, in Metal Gear 1/2) pflichtbewusster By-the-book-Rekrut, der aber rasch durch die Realität von Betrug und Korruption desillusioniert wird und anschließend (ab Metal Gear Solid) immer mehr in Richtung "abfuck" geht. Snake wird während all seiner Abenteuer fast ausschließlich von irgendwelchen Fraktionen oder Kräften missbraucht und manipuliert, was ihn glaubwürdig macht. Er mag ein Profi sein und genau wissen, was er tut, aber er steht trotzdem nicht über den Dingen, sondern ist genauso ein Opfer der Umstände wie der Spieler selbst.

In Metal Gear Solid 4 wird man zudem die gesamte Story über mit dem Thema Tod konfrontiert: dem Tod von anderen, Snakes eigenem baldigem Ableben, dem mutierten FOXDIE-Virus, … - es ist eine emotionale Achterbahnfahrt, die hauptsächlich deshalb funktioniert, weil Snake eine so starke Persönlichkeit ist. Ich verweise an dieser Stelle auf das Main Theme ("Old Snake" von Harry Gregson-Williams) - Worte können das Spielgefühl von Metal Gear Solid 4 nicht besser ausdrücken.

Vincent Brooks (Catherine)

Ein "Held", mit dem ich sofort, von der ersten Spielminute an sympathisiert habe. Catherine ist nicht umsonst mein Spiel des Jahres 2011 gewesen (und wäre definitiv auch in meiner 2012-Liste vertreten, hätte ich mich nicht entschlossen, keinen Titel doppelt zu nennen). Was mich daran - vom Story-Standpunkt her - so begeistert hat: Es gibt hier kein moralisches "Urteil". Ob man treues Beziehungs-Anhängsel, freiheitsliebender Vagabund oder eine "Graustufe" dazwischen ist, bleibt komplett dem Spieler überlassen - es gibt kein richtiges "gut" oder "böse", die Entwickler verweigern sich jedweder Art der Wertung.

Aus diesem Grund ist Vincent auch einer der glaubwürdigsten Helden überhaupt: Normalerweise merkt man durch das zugrunde liegende Script deutlich, ob ein Charakter (aus Sicht des Autors) mehr in die eine oder in die andere Richtung ("gut" oder "böse") tendiert - bei Catherine hatte ich dieses Gefühl nie. Ich hatte aber auch nicht das Gefühl, eine leere Hülle zu spielen, ein Avatar, das sich mir komplett unterwirft und sich meinen Entscheidungen anpasst. Vincent ist eine vom Spieler unabhängige Person, die sich lediglich dessen moralischer Standards bedient. Sein Beziehungskampf ist die beste Aufarbeitung des Themas, die ich je in einem Videospiel gesehen habe. Zwei Daumen hoch für Atlus!

Kazuma Kiryu (Yakuza 1/2/3/4/Dead Souls - und indirekt Kenzan!)

Kazuma Kiryu ist ein Ehrenmann - was ironisch ist, denn wir lernen ihn im ersten Yakuza als brutalen Geldeintreiber kennen. Im Zuge der Yakuza-Reihe durchlebt er einen persönlichen "Reinungsprozess" - vom Gangster hin . Normalerweise bin ich ein großer Anhänger von Anti-Helden, da ich - bedingt durch meine allgemein negatives Menschenbild - der Ansicht bin, dass es in der realen Welt auch keine strahlenden Helden gibt. Trotzdem ist Kiryu einer meiner Lieblings-Protagonisten - er ist ruhig, überlegt, besonnen, opferbereit und verlässlich. Der Mann ist die Definition des Wortes "edel", weil er nicht perfekt ist, sondern versucht, seine Vergangenheit hinter sich zu lassen und sich zu bessern - nur, um wieder in den Strudel der Tokioter Unterwelt gezogen zu werden.

Max Payne (Max Payne 1/2/3)

Ein völlig kaputter Typ, der, weil es ihm egal ist, ob er lebt oder stirbt, stets im richtigen Moment die "coole Sau" ist. Ich liebe Max' überwiegend kalte, trockene Art. Für mich ist Max Payne die Definition eines gefallenen Helden - seine Menschlichkeit macht ihn großartig.

NPCs/Neutral

Alle NPCs aus Silent Hill 2 (das Spiel dürft ihr erraten :roll: )

Silent Hill 2 hatte 2001 einige der bestgezeichnetsten Charaktere, die es je in Videospielen gab. Team Silent schaffte es, in einer Zeit, wo für Writing noch keine Autoren eingekauft wurden, Figuren zu erschaffen, die nicht nur packend, sondern vor allem glaubwürdig und realistisch sind. Neben der tollen Arbeit der Entwickler bei der Ausarbeitung von Story und Charakteren, durch die das Spiel der Allgemeinheit auch 12 Jahre nach Release noch im Gedächtnis ist, spielt - wieder - das Voice Acting eine zentrale Rolle.

Die Original-Sprecher von Silent Hill 2 sind nicht gut. Man merkt, dass hier großteils Laien und B- bis C-Klasse-Sprecher am Werk waren. Das ist kein Bashing, sondern Fakt: 2 der wichtigsten Rollen - die von Eddie und jene des Protagonisten, James Sunderland - wurden durch puren Zufall besetzt. David Schaufele und Guy Cihi interessierte Silent Hill 2 kein Stück. Beide wurden von ihren Kindern auf das Casting für die Sprachrollen hingewiesen. Ihre Töchter bewarben sich beide für den Part von Laura. Guy Cihi schnappte sich beim Casting eines der Scripten, las es und dachte: "Hey! Bevor ich mich langweile, während ich warte, spreche ich einfach für die Hauptrolle vor! Sie nehmen mich eh nicht - just for fun!" Er sprach also vor, sie nahmen ihn und modellierten sogar das Aussehen von James Sunderland, das zum Zeitpunkt des Castings noch nicht fest stand, nach seinem Vorbild. Bei David Schaufele war's sogar noch "besser": Er wollte gar nicht vorsprechen, aber wurde, während er auf seine Tochter wartete, gefragt, ob er nicht Lust hätte. Ich schätze, dieser kleine Exkurs in die Produktion von Silent Hill 2 zeigt, dass es hier nicht unbedingt professionell zuging.

Ich gehöre zu den Menschen, die das neue Voice Acting von Silent Hill 2 immer verteidigt haben. Ein Großteil der neuen Stimmen ist - rein fachlich betrachtet - definitiv besser. Das Problem ist aber: Obwohl die neuen Sprecher - allesamt Synchro-Profis - besser sind, bleibt einem ihre Performance nicht im Gedächtnis. Angela, beispielsweise, klingt jetzt wie ein Teenager - was Sinn macht, denn sie ist 16. Im Original wurde sie von der 40-jährigen Donna Burke gesprochen, weil Team Silent wollte, dass Angela eben nicht ihrem Alter entsprechend klingt. Ich fand diese Entscheidung immer schon fragwürdig, aber eines lässt sich nicht leugnen - Donna Burkes Psycho-Performance, in der ihre Stimmlage ständig variiert und sie von ruhig, traurig, verletzt, fröhlich bis verwirrt ein weites emotionales Spektrum abdeckt, bleibt haften. Nur wegen ihrem "bizarren" Voice Acting ist Angela ein NPC, den ich, seit ich Silent Hill 2 zum ersten Mal spielte, nie vergessen habe. Ihre neue, jugendlichere Stimme ist wesentlich glaubwürdiger, aber ist, wie man so schön sagt, "aus den Augen, aus dem Sinn" - sie bleibt nicht "hängen".

Obwohl ich die NPCs gerade wegen ihrem Voice Acting prägend fand, sind sie aber - wie schon gesagt - auch sehr gut geschrieben. Eddie beispielsweise wäre mir auch so in Erinnerung geblieben. Sein langsames Abdriften in Richtung Wahnsinn, bedingt durch seine deutliche Soziopathie, ist super umgesetzt. Wer Silent Hill 2 nie gespielt hat, wird nicht verstehen, wovon zum Teufel ich spreche, da der kurze Clip heute sowohl optisch als auch vom Voice Acting her B-Movie-Niveau hat, aber 2001 sorgte die Szene nicht nur bei mir für ein "WTF?"

Bösewichte

Liquid Snake (nein, wirklich! :mrgreen: ) (Metal Gear Solid 1/2/4/The Twin Snakes)

Kurze Erklärung zu meinem Nickname, weil von LIH angesprochen: Liquid Snake hat charakterlich einige Parallelen zu mir, weshalb ich - einfallslos, wie ich war - im Jahr 2000 den Namen als Nickname aussuchte und seither auf allen Websites und bei allen Online-Plattformen, auf denen ich anzutreffen bin, übernommen habe. Das groß geschriebene "E" hat einen anderen Grund, aber das ist ein Insider-Gag der alten Ö3-Community, auf den ich nicht näher eingehen möchte. Zwar haben besagte charakterlichen Parallelen zwischenzeitlich abgenommen, dennoch habe ich mich noch nie mit einer fiktionalen Figur (aus sämtlichen Medien) so identifiziert - aus ganz verschiedenen Gründen. Dass Liquid Snake "cool" ist, gehört übrigens nicht dazu. ^^

Bis heute betrachte ich Liquid als eine der interessantesten Persönlichkeiten in Videospielen. Er ist stolz, rachsüchtig, willensstark, gerissen und gnadenlos. Abgerundet wird Liquid Snake durch das grandiose, meisterhafte Voice Acting von Cameron Clarke. Seine deutsche Stimme (Michael Hulsmann) tut ihr bestes, Betonung und Stil von Clarke zu kopieren, scheitert aber daran, dass sich beides im Deutschen einfach "komisch" anhört.

Illusive Man (in der DV "Der Unbekannte") (Mass Effect 2/3/Infiltrator)

Der Illusive Man ist mein absoluter Lieblings-Charakter in Mass Effect. Er gab seine Familie, seinen Wohlstand und sein friedliches Leben auf der Erde auf, um die Menschheit von ihrem "falschen Kurs" abzubringen und zur mächtigsten Rasse des Universums zu machen. In Teil 2, wo er vorgestellt wird, ist er kein typischer Bösewicht. Er glaubt ernsthaft, was er tut wäre gut, gerecht und das Beste für die Menschheit - er ist also auf eine verquere Art absolut selbstlos. In Teil 3 entschied BioWare leider, ihn zu einem größenwahnsinnigen Verrückten zu machen, statt die Tiefgründigkeit seiner Figur - die moralische Grauzone, in der sich Cerberus bewegt - vollständig auszuloten.

In erster Linie ist es aber das (englische) Voice Acting, was den Illusive Man zu dem macht, was er ist. Martin Sheen liefert eine phänomenale Performance. Er gibt dem Illusive Man eine absolut emotionslose, fast stoische Kälte (und wechselt später zu subtiler Aggressivität), die ihn als Charakter erst so mysteriös werden lässt, wie er schließlich präsentiert wurde. Seine dt. Stimme ist in Ordnung (sie ist von all den schlechten dt. Sprechern - allen voran die beiden Shepards, die auf Deutsch extrem katastrophal sind - immer noch eine der besten), aber trotzdem - ich könnte mir niemand anderen als Martin Sheen für diese Rolle vorstellen. Niemand kann ihn ersetzen. Vor allem nicht Charlie.

Wer die englische Version nie gespielt hat, möge sich bitte nur eine kurze Szene (quasi Spoiler-frei) anhören und selbst entscheiden.

John Henry Eden (Fallout 3)

Der (mehr oder weniger selbst ernannte) Präsident von Amerika, Führer der Enclave, dessen frohe Botschaft von Eyebots ins Ödland getragen wird, ist ein amerikanisches Politiker-Klischee, das nur als genial bezeichnet werden kann.
Spoiler: Zeigen
Der Twist, dass Eden in Wahrheit ein Supercomputer ist, der im Rahmen seiner Analyse-Tätigkeit ein Bewusstsein erlangte und durch die Machtgier seines Schöpfers die Enclave übernahm, ist nur das i-Tüpfelchen bei der Kreation eines interessanten Charakters.
Da Eden ausschließlich über seine Stimme mit dem Spieler interagiert, ist auch hier die Wahl des Voice Actors entscheidend. Leider wurde in der deutschen Version ziemlich heftig danebengehauen - Malcolm McDowells Sprachtalent ist einfach zu gut. Beim jüngsten US-Wahlkampf fühlte ich mich immer, wenn Mitt Romney eine Rede hielt, stark an Eden (im Spiel auch Republikaner) erinnert.
Spoiler: Zeigen
Zumal Romney ebenso viel gelogen hat wie Eden, welcher ständig davon sprach, sich um die Bewohner des Ödlands kümmern zu wollen, diese unterm Strich aber mit einem Virus vernichten wollte.
Andrew Ryan (BioShock 1/2)

Einer der stärksten Charaktere, die ich jemals in einem Videospiel - oder einem anderen Medium - gesehen habe. BioShock hat generell extrem gut geschriebene, glaubwürdige und vielschichtige Charaktere - Frank Fontaine ist auch ein perfektes Beispiel - aber Ryan sticht einfach heraus. Er ist das personifizierte Ideal der Philosophin Ayn Rand - ein Großindustrieller, der sich eine Gesellschaft nach Vorbild des Laissez-faire-Kapitalismus wünscht. Sein Traum wird in Form der von ihm gegründeten Stadt Rapture Realität - bloß, dass sich sein Traum binnen eines Jahrzehnts in einen Albtraum verwandelt.

Die Autoren bei Irrational haben sich sehr genau mit Rands Philosophie - dem Objektivismus - beschäftigt. Andrew Ryan ist kein Klischee, sondern ein tiefsinniger Antagonist. Perfektioniert wird die Figur - wieder einmal - durch ihr Voice Acting. Die Art, wie Andrew Ryan gespielt wird - leider, wieder einmal, nur im Englischen; seine deutsche Stimme ist wirklich, wirklich grauenvoll - kann ich nur als genial bezeichnen. Und wieder ist es ein mehr oder weniger bekannter Schauspieler, der Ryan Leben einhaucht - Armin Shimerman (u.a. Star Trek). Hier ein Beispiel seiner großartigen Performance. (Achtung, Spoiler!)

Goro Majima (Yakuza 1/2/3/4/Dead Souls - indirekt auch Kenzan!)

Wenn die Bezeichnung "Psychopath" auf irgendwen zutrifft, dann auf Goro "Mad Dog" Majima. Das Oberhaupt der Majima-Familie des mächtigen Tojo-Clans ist ein manischer Irrer, dessen explosives Temperament sich in spontanen Gewaltausbrüchen entlädt. Er hat kein Problem damit, einen Untergebenen aus einer simplen Laune heraus halb tot zu schlagen. Nach außen hin scheint es, als sei Majima niemandem treu und sein Verhalten völlig unberechenbar, allerdings steckt unter der Pycho-Schale ein Mensch, dem Prinzipien wie Loyalität sehr wichtig sind. Dies wird dadurch deutlich, dass er sich im Laufe der Saga mehrfach fürs "Team" opfert (z.B. in Yakuza: Dead Souls, wo er es im Alleingang mit einer ganzen Zombie-Horde aufnimmt, damit die anderen entkommen können). Obwohl Majima nach dem ersten Teil, wo er Jagd auf Kazuma Kiryu macht, nicht unbedingt als "Feind" bezeichnet werden kann, gerät man doch in quasi jedem Yakuza-Teil mit ihm aneinander, da er - aus purem "Sportsgeist" - ständig seine Kräfte mit Kiryu messen will.

Majima blieb mir durch seine Persönlichkeit ebenso im Gedächtnis, wie durch die Art, wie er gespielt wird. Sein japanischer Sprecher performt Majima bewusst over-the-top, und es wirkt. Ein großartiger Bösewicht, der in keine Schublade passt und doch immer auch für einen Lacher gut ist.

Naho Saenoki (Corpse Party: Blood Covered/Corpse Party: Book of Shadows/Corpse Party 2U)

Naho ist kein Bösewicht im eigentlichen Sinne, aber es kommt sehr, sehr, sehr, sehr, sehr selten vor, dass ein Charakter bei mir innerlich derartige Hassgefühle verursacht. Ich verachte Naho, obwohl sie nur virtuell ist. Ich verachte sie zutiefst. Was sie getan hat, und aus welchen Beweggründen, ist unverzeihlich.

So, nun tue ich mir schwer, etwas über sie zu sagen, ohne zu spoilern. Wer Corpse Party noch spielen möchte, sollte nicht weiterlesen.
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Naho ist in ihren Sensei Kou Kibiki verliebt. Dieser ist ein unbekannter okkulter Buchautor und Kolumnist, der niemals die Anerkennung erhält, die ihm in Nahos Augen zusteht. Um ihm zum Durchbruch zu verhelfen, recherchiert Naho übernatürlich Vorkommnisse - und stößt prompt auf das Sachiko-Ritual. Dass sie der Geist von Sachiko, der sie nun auf Schritt und Tritt verfolgt, trotz ihrer spirituellen Fähigkeiten allmählich überwältigt, stört sie nicht - ihr ist nur wichtig, dass sie endlich eine Knüller-Story für ihren Sensei gefunden hat. Da sich Kibiki aber Sorgen um sie macht, führt er das Sachiko-Ritual mit seinem Assistenten in Nahos Abwesenheit durch. Als sie das realisiert, gerät sie in Panik - und hier beginnt nun ihr schäbiger Charakter durchzuscheinen.

Zum einen verbreitet sie das Sachiko-Ritual im Internet - und zwar bewusst falsch, sodass jeder, der es ausführt, vom Fluch getroffen und nach Heavenly Host gebracht wird. Begründung: Sie wollte ihrem Sensei eine größere Bandbreite an Versuchsobjekten schicken, um ihm bei seinen Studien zu helfen. Streng genommen hat Naho damit jeden einzelnen Toten in Heavenly Host auf dem Gewissen, da sie es war, die den Fluch verbreitet hat, ohne zu wissen, was sie damit anrichtet. Durch all die Teenager, die wegen ihrer Taten ihr Leben verloren haben, wurde der Fluch so stark, dass er sich von Sachiko gelöst und gewissermaßen verselbstständigt hat. Er braucht Sachiko nicht länger, um zu existieren. Und das war noch nicht alles.

Sie setzte sich in den Kopf, Kibiki zu retten. Dazu musste sie aber selbst nach Heavenly Host gelangen. Um das Ritual zu vollziehen, brauchte Naho aber mindestens eine 2. Person - und wer könnte sich besser eigenen, als ihre beste Freundin Sakaya, ein lebenslustiges Teenie-Idol? Ohne sie zu warnen, was sie erwartet und worauf sie sich einlässt, brachte Naho Sakaya dazu, das Ritual zu vollziehen - mit dem Fazit, dass Sakaya in Heavenly Host ein brutales Ende fand. Sie wurde bei vollem Bewusstsein zu Tode gehämmert, während sie immer noch davon überzeugt war, dass Naho sie retten würde.

Diese hatte in dem Moment aber gerade andere Sorgen. Sie verfiel zusehends dem Darkening und als sie Kibiki endlich fand, brachte sie diesen (in einem Anflug von Besessenheit) um, ehe sie wiederum vom Darkening getötet wurde. Anschließend begann ihr Geist, durch Heavenly Host zu irren, auf der Suche nach ihrem geliebten Kibiki (dessen Ermordung sie vergessen hat).

Naho ist einfach ekelhaft. All der Tod, all das Unheil - und wozu? Wozu? Für eine erbärmliche, völlig einseitige Teenie-Liebe? Zugegeben, das macht Naho als Figur glaubwürdig – am Ende des Tages ist sie, trotz ihrem erwachsenen Verhaltens den meisten Menschen gegenüber, eben doch "nur" ein 17-jähriges Schulmädchen. Und 17-jährige Schulmädchen tun vor allem dann durchaus einmal dumme Sachen, wenn sie zum ersten Mal richtig verliebt sind. Trotzdem... - WHAT THE FUCK? Wie kann man, verdammt nochmal, einen FLUCH BEWUSST VERBREITEN, über dessen Aufwirkung man ABSOLUT NICHTS WEISS? Wie kann man bewusst hunderte, ja TAUSENDE junge Menschen in den Tod schicken, um seinem Sensei eine größere Basis an Versuchsobjekten für sein Buch zu liefern? Was für ein Mensch tut sowas? Ich halte mich selbst für einen Misanthropen, aber DAS geht viel, viel zu weit. Wirklich, what the fuck?
Alleine die starken (negativen) Emotionen, die Naho bei mir als Spieler hervorrief, reichen, um sie in meine Topliste zu befördern. Ein Charakter, der derartigen Hass erzeugen kann, muss wirklich gut umgesetzt und präsentiert sein - das ist bei Naho definitiv der Fall.

??? (Higurashi no Naku Koro ni, Higurashi no Naku Koro ni Kai, Higurashi Daybreak, ... - oh, fuck it, wo auch immer "Higurashi" drauf steht, ist dieser wichtige Charakter dabei)

Ich kann nicht einmal den Namen des Charakters nennen, ohne zu spoilern. Wer Higurashi no Naku Koro ni in keiner Form (Spiel oder den darauf basierenden Anime bzw. Manga) kennt, sollte unter keinen Umständen weiterlesen, da er sich sonst die Story verdirbt!
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Miyo Takano ist scheinbar nur eine leichtlebige junge Krankenschwester mit einem Faible für das Okkulte, die eine freundliche, leicht sarkastische Persönlichkeit hat. In Wahrheit ist die Frau aber der Teufel in Person und völlig verrückt, was auf ihre harte Kindheit zurückzuführen ist. Sie ist sadistisch und hat kein Problem damit, Menschen, die sich als "Störfaktor" für ihre Ziele erweisen, einfach verschwinden zu lassen - oder sie, wie im Fall von Rikas Mutter, einfach als Versuchskaninchen für ihre Experimente einzuspannen. Mord ist für sie keine moralische Frage, sondern eine Frage des Aufwands und Nutzens. Selbst ihrem vermeintlichen Liebhaber Tomitake injiziert sie ohne mit der Wimper zu zucken die Hinamizawa-Droge, woraufhin dieser sich selbst die Halsschlagader aufkratzt. Oh, und nebenbei löschte sie noch (mehrmals, dank Zeitschleife) ganz Hinamizawa aus, als dort durch Rikas Tod (die von Takano persönlich hingerichtet wurde - auch mehrmals) die Dorfbewohner alle dank eines Level-5-Ausbruchs des Hinamizawa-Syndroms wahnsinnig wurden. Tanako hat somit locker den höchsten Kill Count der gesamten Serie.

Sie sorgt in "Kai" (wo ihre wahre Natur offenbart wird) außerdem dafür, dass Rika und ihre Freunde kurz vor ihrem Ziel - die Zeitschleife des Jahres Juni 1983 zu durchbrechen - scheitern, indem sie persönlich alle über den Haufen schießt. An dieser Stelle beweist sie auch ihre eiskalte Bosheit: Nachdem Shion, ehe sie Takano mit einem Kopfschuss exekutierte, als letzten Wunsch geäußert hat, Satoko am Leben zu lassen, spielt Takano mit Satako ein Spiel, das Satoko gewinnt - nur, um trotzdem erschossen zu werden. Und selbst am Ende, wo sie definitiv verloren hat und ihr nur noch Suizid bleibt, möchte sie mit ihrer letzten Kugel lieber zumindest einen aus Rikas Gruppe töten, statt sich endlich einzugestehen, dass ihr Traum, ihren Adoptiv-Großvater und sich selbst durch Erforschung des Hinamizawa-Syndroms berühmt und damit unsterblich (oder, wie sie es formuliert, "zu Göttern") zu machen, nicht mehr realisierbar ist. Immerhin bekam sie zum Schluss ihre gerechte Strafe - die völlige Zerstörung ihres "eisernen Willens" und ihres Traumes. Ein Schicksal, das für Tanoko wohl schlimmer als ihr Tod ist.

Tanako ist aus dem gleichen Grund wie Naho ein sehr starker Charakter - sie erweckte, nicht nur bei mir, sehr starke Emotionen. Ob positiv oder negativ - der Tanako-Twist lässt niemanden kalt.
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Re: Die prägendsten Figuren in Videospielen

#14 Beitrag von Jim » Mittwoch, 27. März 2013, 06:44

Ich protestiere: Goro Majima ist nicht böse. :blueeye:
"Bis heute warte ich auf das Ende,
ich fürcht es wird noch dauern lang
und wage kaum daran zu glauben -
ein End von Hasses freiem Gang"

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Re: Die prägendsten Figuren in Videospielen

#15 Beitrag von LiquidSnakE » Mittwoch, 27. März 2013, 19:41

Jim hat geschrieben:Ich protestiere: Goro Majima ist nicht böse. :blueeye:
Ich protestiere: Du hast meinen Beitrag nicht gelesen. :blueeye:
LiquidSnakE hat geschrieben:Obwohl Majima nach dem ersten Teil, wo er Jagd auf Kazuma Kiryu macht, nicht unbedingt als "Feind" bezeichnet werden kann, gerät man doch in quasi jedem Yakuza-Teil mit ihm aneinander, da er - aus purem "Sportsgeist" - ständig seine Kräfte mit Kiryu messen will.
Plus, im ersten, dritten und vierten Teil gilt Majima sehr wohl als Antagonist.
Spoiler: Zeigen
Wobei die Entwickler in 3 und 4 nur "Mindfuck" mit dem Spieler betreiben und Majima gar nicht "böse" ist. Ein richtiger Antagonist ist er nur im ersten Yakuza.
Ich zähle ihn daher als Bösewicht, genau wie ich Naho Saenoki aus Corpse Party als Bösewicht zähle, obwohl das nicht per se ihre Rolle ist.
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Re: Die prägendsten Figuren in Videospielen

#16 Beitrag von RipvanWinkle » Sonntag, 8. September 2013, 20:09

Ein Kandidat der jüngeren Spielegeschichte wäre für mich ganz klar Vaas Montenegro aus Far Cry 3. Schurken und Größenwahnsinnige gibt es oft, aber ich kann mich an keine andere Darstellung eines echten Psychopathen erinnern, die mich in ähnlicher Form überzeugt hätte.
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Re: Die prägendsten Figuren in Videospielen

#17 Beitrag von SAL » Dienstag, 10. September 2013, 09:21

Ich hasse Vaas...
Das war mit das schlimmste was FarCry 3 zu bieten hatte.

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Re: Die prägendsten Figuren in Videospielen

#18 Beitrag von LiquidSnakE » Dienstag, 10. September 2013, 11:34

SAL hat geschrieben:Ich hasse Vaas...
Das war mit das schlimmste was FarCry 3 zu bieten hatte.
Du magst Far Cry 2 - jeder möge sich auf Basis dieses Faktums selbst ein Urteil bilden... :P
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Re: Die prägendsten Figuren in Videospielen

#19 Beitrag von SAL » Dienstag, 10. September 2013, 13:17

Nein das hat damit nichts zutun.

FC3 war mMn zu Mainstream und exakt auf die (Kiffer) Zielgruppe 14-20 zugeschnitten vom Setting etc. her.
Der Hype um Vaas war absolut nervig wo das Game noch nichtmal draussen war.
Wannabe cool und abgefuckt, so stellen sich halt Kiddies einen Psycho vor und genau das Klischee bekamen die Käufer.
Und im Spiel nervt der Typ einfach nur noch. "Definition of Insanity" *argh*
Ich mag FC3 nicht wirklich da es dem Hype bei weitem nie gerecht wurde,
und auch nichtmal annähernd eine so böse Story hat wie FC2.
Und Leute die sich über FC2 und seine sich ständig wiederholenden Missionen herziehen,
und dann meinen das FC3 da besser sei, sollte man ja sowieso an die Wand stellen.
Denn bei FC3 nerven die Hunterquest etc. genauso.
Und auch das Gegnergespawne ist das gleiche, aber das stört ja keinen bei FC3, nur bei FC2.

Der Boss von Vaas war ein richtiger Psyhcopat, ja, aber nicht Vaas.
Vaas war im Grunde ein Spiegelbild der aktuellen Kiffergeneration die die aktuellen Konsolen bevölkern.
Denn zufälligerweise sind die Zocker mit Gamertags ala "WEED420" etc. auch Fans von FC3 und Vaas.

Prägend würde ich keinen von FC3 nennen, eher "von der Stange nach Hollywoodvorbild".

Kefka, Squall, Doom Marine, B.J., Cyberdemon (nein nicht Du Bernie), Psycho Mantis,
Hauptheld aus Spec Ops The Line, etc.
Solche Figuren gehören hier rein.

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