Macht Euch Zocken noch genauso viel Spaß wie früher?

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Macht Euch Zocken noch genauso viel Spaß wie früher?

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RipvanWinkle
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Macht Euch Zocken noch genauso viel Spaß wie früher?

#1 Beitrag von RipvanWinkle » Sonntag, 28. Dezember 2014, 18:51

Der harte Kern der B-i-R-User treibt sich ja bereits schon seit gut 10 Jahren in diesem Forum herum - die ganz alten Mitglieder werden sich vielleicht auch noch sogar an die Vorgängerseite erinnern. :wink:
In diesen zehn Jahren, und eigentlich schon davor, ist eine Menge Wasser den Bach runtergeflossen - in der Spielewelt und auch bei uns persönlich. Im nächsten Jahr (d.h. 2016) werde ich mein Zehnjähriges auf diesem Board hier "feiern" und das gibt einem ja schon Anlass zur Reflexion - ich habe zumindest in meinem Leben festgestellt, dass ich heute - 10 Jahre nach meiner Anmeldung hier - deutlich (deutlich!) weniger zocke, als damals.

Warum? Keine Ahnung - mein Arbeits- und Freizeitverhalten würde es locker zulassen, aber irgendwie hat sich da was in mir geändert. Ich verfolge die neuen Spiele-Releases nach wie vor, füge nach wie vor Titel zu meinem "To-Do-Stapel" hinzu (ohne zu wissen, ob und wann ich ihn jemals abarbeiten werde), und ich liebäugele ohne Reue mit dem Kauf einer Xbox One oder des Konkurrentsprodukts. Aber irgendwie ist das Zocken einfach nicht mehr wie früher - zum einen zocke ich deutlich weniger (vielleicht immer mal wieder ein paar Tage alle zwei oder drei Wochen), dafür aber auch mit deutlich geschmälertem Vergnügen - irgendwie hat sich bei mir der Spießergedanke eingenistet, dass ich meine Zeit auch "sinnvoller" (ohne dass ich ernsthaft wüsste, wie) verbringen könnte. Und manchmal (bei den Zockertagen) schalte ich die Konsole aus. und denke, dass ich vielleicht doch besser einen Film o.ä. eingelegt hätte. Auch mein emotionale Verbindung zu dem Medium hat sich deutlich gelockert - ich kann mich noch erinnern, wie sehr mich Figuren und "Momente" in meiner Zockerkarriere mitgenommen haben - heute kommt es sogar vor, dass ich bei manchen Titeln (insbesondere Egoshooter) sogar nebenher einen Podcast laufen lasse. :(

Da wir ja ugf. alle dieselbe Entwicklung durchlaufen haben (d.h. unverheiratete Männer um die 30 sind, für die NES und Gameboy noch echte Gebrauchsgegenstände waren, und keine Museumsstücke :wink: ) wollte ich an dieser Stelle mal in die Runde fragen, wie es Euch heute so mit dem Zocken geht? Ist es noch genauso toll wie früher, oder hat sich auch bei Euch irgendwo der schwer definierbare Rostfrass des Erwachsenenwerdens eingeschlichen?
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bionixxx
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Re: Macht Euch Zocken noch genauso viel Spaß wie früher?

#2 Beitrag von bionixxx » Sonntag, 28. Dezember 2014, 23:31

Wenn ich mal dazu komme, macht es nach wie vor höllenspaß,...nur das zeitkontingent schrupft....das sammeln ist bei mir vordergründiger...das funktioniert auch vom handy aus auf der arbeit...shoppen geht immer, spielen nur an meinen freien tagen...
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LiquidSnakE
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Re: Macht Euch Zocken noch genauso viel Spaß wie früher?

#3 Beitrag von LiquidSnakE » Sonntag, 28. Dezember 2014, 23:50

bionixxx hat geschrieben:Wenn ich mal dazu komme, macht es nach wie vor höllenspaß,...nur das zeitkontingent schrupft....das sammeln ist bei mir vordergründiger...das funktioniert auch vom handy aus auf der arbeit...shoppen geht immer, spielen nur an meinen freien tagen...
Unterschreibe ich so. Spass machen tut's immer noch, nur fressen Job + Weiterbildung (Abendkurs) + Sozialleben seit 3 Monaten meine sämtliche Frei- bzw. Spielzeit, weshalb ich aktuell fast ausschließlich Handheld-Titel zocke, da ich mich diesen zumindest während meiner Fahrtzeiten (ca. 1 1/2 Stunden insgesamt, täglich) ernsthaft widmen kann.
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zombie-flesheater
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Re: Macht Euch Zocken noch genauso viel Spaß wie früher?

#4 Beitrag von zombie-flesheater » Montag, 29. Dezember 2014, 01:08

Ueberrascht und erschreckt mich irgendwie gleichermassen, dass das nicht nur mir momentan bzw. in letzter Zeit so geht...

Der Zeitfaktor ist sicher ein Thema, aber kann es sein, dass das persoenliche Werempfinden gegenueber Spielen abgenommen hat? Ich meine, wir verdienen inzwischen allesamt (wahrscheinlich) mehr, als noch vor 10 Jahren, zudem werden die Titel inzwischen irrsinnig schnell immer guenstiger. Evtl. kommt da unbewusst ein Wertempfinden mit, sprich, ein Game, fuer das ich heute 5-10 Euro (vom Grabbeltisch, Steam-Sale etc.) hinlege, ist ggfs. weniger wert, als ein Titel, fuer den man frueher 100 Mark oder eben 50 Euro hingelegt hat, womit das Durchspielen dieses auch an Wert oder Wichtigkeit verliert...
Andererseits sinkt bei mir auch die Begeisterung fuer neue Titel, bzw. ueberhaupt die Mitverfolgbereitschaft fuer zukuenftige Releases. Wisst ihr noch, damals (das klingt jetzt tatsaechlich erbaermlich abgedroschen), als auch hier noch vor Release des einen oder anderen Titels ueber moegliche Features, Zensuren etc. diskutiert wurde? Da war man mit Herz und Seele bei der Sache, hat sich regelrecht auf ein Release gefreut und dieses sabbernd herbeigesehnt. Das war bei mir eigentlich zum letzten Mal bei Fallout 3 so. Und das ist inzwischen ja doch schon eine ganze Weile her. Vorbestellungen oder Kaeufe zum Releasetag gibts bei mir eigentlich nur noch bei limitierten Editionen, gespielt wird der Titel aber meistens dennoch nicht zeitnah. Der ganze Rest wird halt dann irgendwann eher nebenbei mitgenommen. Zudem stapeln sich bei mir auch noch ein paar hundert (ungesehene) Filme, und um den Stapel "abzuarbeiten", werden dann halt am Abend 1-2 Filme geschaut, anstatt ggfs. die ganze Woche an einem einzelnen Spiel "festzusitzen". Vielleicht auch eine Art Uebersaettigung, die sich durch das Sammeln eingestellt hat? Gaaaaanz frueher hatte ich jedenfalls maximal 1-2 Titel nicht durchgespielt bei mir herumliegen und es wurde selten ein neues Game gekauft, wenn noch etwas Unfertiges herumlag.
Forumsmaessig kommen ja fast nur noch teils knappe (manchmal gluecklicherweise ausfuehrlichere) Kurzreviews im "Was spielt Ihr gerade?"-Thread. Wenn ich da an Laenge, Umfang und Diskussionsinhalt der Postal (2) oder Manhunt Threads von frueher denke... :shock:
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Re: Macht Euch Zocken noch genauso viel Spaß wie früher?

#5 Beitrag von esn » Montag, 29. Dezember 2014, 08:41

das letzte spiel, das ich durchgespielt hatte, war vor 5 jahren. die letzte demo, die ich gezockt habe, war im februar diesen jahres. ich sammle aber nach wie vor sehr aktiv, und das nicht zu knapp.
zudem werden die Titel inzwischen irrsinnig schnell immer guenstiger.
nein, eher das gegenteil ist der fall (natürliche inflation mal ausgelassen). früher war fast jeder pc-titel nach einem halben bis ganzem jahr für 30 dm zu haben. heute sind es 30 euro und frühestens nach 1,5 bis 2 jahren sind sie für 20 euro zu haben. erst als pyramidenversion gibt es sie dann für einen 10-er. konsolen first-releases kosten nun genausoviel wie die module damals, obwohl ein optischer datenträger weit günstiger ist. nur die pyramidenversionen sind deutlich günstiger als die budgetecke der konsolengames von damals.
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LiquidSnakE
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Re: Macht Euch Zocken noch genauso viel Spaß wie früher?

#6 Beitrag von LiquidSnakE » Montag, 29. Dezember 2014, 09:45

esn hat geschrieben:[...]
zudem werden die Titel inzwischen irrsinnig schnell immer guenstiger.
nein, eher das gegenteil ist der fall (natürliche inflation mal ausgelassen). früher war fast jeder pc-titel nach einem halben bis ganzem jahr für 30 dm zu haben. heute sind es 30 euro und frühestens nach 1,5 bis 2 jahren sind sie für 20 euro zu haben. erst als pyramidenversion gibt es sie dann für einen 10-er. konsolen first-releases kosten nun genausoviel wie die module damals, obwohl ein optischer datenträger weit günstiger ist. nur die pyramidenversionen sind deutlich günstiger als die budgetecke der konsolengames von damals.
Das gilt nur für Deutschland. In UK und anderen Ländern fallen die Preise gerade für Next-Gen-Titel irrsinnig schnell. Wenn ich bedenke, dass man PS4-Spiele wie Thief im Sommer bereits für unter 25 Euro haben konnte, nicht einmal 6 Monate nach Release... sowas wäre bei PS3/Wii/Xbox 360 noch undenkbar gewesen, wo sich der 70-Euro-Standard (bzw. 50 Pfund) teilweise bis 2008 gehalten hat...
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Slayer666183
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Re: Macht Euch Zocken noch genauso viel Spaß wie früher?

#7 Beitrag von Slayer666183 » Montag, 29. Dezember 2014, 12:00

Eher nicht mehr so

Problem sehe ich auch das viele Titel zu schnell in einer überarbeiteten (Next-Gen)Form wieder auf den Markt gebracht werden

wenn ich denke wie viel Spass ich an Thief 1 System Shock2 Ultima 9 etc hatte

und was ist jetzt

kaum hast du den Teil durch erscheint

eine Gold , eine Goty ,eine Ultra , dann noch eine Ultra HD ,Ultra HD Deluxe ...........................

ne ne ne ne das ist mir mittlerweile schon zu eine verarsche

da muss man schon 1 1/2Jahre warten bis mal ein Spiel " in kompletter Form" am Markt ist :kiddie:

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Vicarocha
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Re: Macht Euch Zocken noch genauso viel Spaß wie früher?

#8 Beitrag von Vicarocha » Montag, 29. Dezember 2014, 13:17

Alsooo... der "harte Kern der B-i-R-User" ist seit weit mehr als 10 Jahren hier, ich würde ja fast schon auf die doppelte Zeit tippen. Das betrifft dann aber außer cybdmn, mich und ggf. Notarzt(?) auch schon keinen mehr. Jedenfalls war ich hier schon als Teenager aktiv (da habe ich ab und an bereits drüber nachgedacht... schon krass, wenn man das so bedenkt). ;-)

Zum Thema: Ich habe in den letzten beiden Jahren schon aus finanziellen Gründen (Promotionsphase > :smoke: > Promoviert > Arbeitslos > :( > Zweitstudium > Studentengehalt > :kotz:) weit weniger gekauft und gespielt, als in den Jahren davor, beide Jahre zusammengenommen wahrscheinlich weniger als sonst in einem Quartal oder Halbjahr. Alleine die Anzahl an Titeln die dieses und letztes Jahr veröffentlicht wurden und die ich noch gerne hätte, liegt jenseits der 30! Und die Titel, die ich dann letztendlich habe, die laufen auf meiner alten Gurke nur noch eingeschränkt, nicht nur graphisch (bspw. Thief mit minimalen Details), sondern auch meist mit einer miserablen performance (Stichwort: Diashow). Das nimmt vielen Spielen dann ihren Reiz. Die aktuellen Konsolengenerationen fehlen mir natürlich auch nach wie vor. Dann habe ich auch eine lahme Leitung, weshalb ich auch kaum online zocken kann (ich verliere aber in der Regeln ohnehin recht schnell das Interesse daran, ich bin und bleibe ein Einzelspieler). Soviel zu den Vorbedingungen.

Ja, ich merke auch, dass ich ein anderes Verhältnis zum Spielen, resp. den Spielen und ganz generell der Spielkultur eingenommen habe, insb. ggü. letzterem. Ich werde Anfang Februar 32 und habe mit ca. 3 Jahren angefangen Computerspiele zu spielen. Angefangen mit kleinen LCD-Spielen, dann mit 5 auf dem C64, später der erste 386er, Weihnachten mit 7 oder 8 Jahren der erste Game Boy, später von einem Teil meines Kommunionsgeldes selbst ein SNES gekauft. Das waren Zeiten! Rustikal, aber von einem Charme, den ich heute irgendwie vermisse.

Sicher, wenn man sich ein Spiel kaufen wollte, dann mußte man ins Fachgeschäft, kleinere Elektronikläden ein oder zwei Städte weiter, zu denen einen der Vater fahren mußte und die ein kleines Sortiment von Spielen in den großen, alten Pappboxen hatten. Spiele, von denen man vorher nur in der Fachpresse gelesen und ein paar grobe Bilder gesehen hatte, Bilder, die eine Grafikpracht sondersgleichen abbildeten (für damalige Verältnisse). Im Laden dann war man auf sein erspartes u./o. die Gunst der Eltern angewiesen. Von daher war es schon irgendwie, wie zombie-flesheater bereits meinte: Die Spiele hatten einen ganz anderen Wert, sie waren Ausnahmen... und bis ich mein erstes eigenes Geld verdient habe, ist meine Sammlung auch relativ langsam gewachsen (wobei ich schon damals dutzende Spiele hatte, während der nicht so passionierte Spieler oft nur eine Handvoll vorweisen konnte). Spiele waren mein Leben, mein primäres Hobby, meine Passion!

Und ja, die Fachpresse trug viel zum Charme bei: Einer ASM, Video Games Aktuell, Power Play etc. können heutige Magazine m.E. nicht das Wasser reichen. Die waren auch für einen ganz anderen Markt geschrieben, ein ganz anderes Publikum, den Spieler der ausgehenden 80er und der früher 90er, als alles noch übersichtlicher war. Sie verspüren einen Charme, den ich sehr vermisse (ich kaufe auch keine Spielezeitschriften mehr, seit vielen, vielen Jahren) und noch immer habe ich einen riesigen Karton mit unzähligen Heften... jeder Blick darein durchspült mich regelrecht mit Nostalgie. Das waren die Zeiten, wo es reviews bereits lange vor release gab, man mag es kaum glauben, wo solche Zeitschriften die Informationsquelle Nr. 1 für Spieler waren. Und das trug (zumidnest für mich) auch viel zur gesamten Spielkultur bei: Spiele waren noch nicht dieses Massenphänomen, dieses für manche bereits schon Wegwerfprodukt.

Es ist das ganze kulturelle Drumherum, dass mir nicht mehr gefällt... dasmerke ich dann schon bei jeder E3, mit den ganzen Jubel- und Kaltschzombies, der Selbstbeweihräucherung und den Unsympathen auf der Bühne. Die Veranstaltung schien mir früher, als man nur darüber las, jedenfalls viel Interessanter.

Aber ja, auch die Spiele waren anders... eben auch rustikaler, oft mit mehr Charme. Vielleicht spricht aus mir auch nur der alte Mann, die Nostalgie, wer kann as schon sagen, aber ich es tat vielen Spielen ganz gut, dass deren Entwickler und insb. Publisher nicht zwanghaft der Meinung waren, jedes Spiel müßte einem Millionenmarkt gefallen... :roll:

Es sind jedenfalls Spiele wie Albion, Thief: The Dark Project, Doom, The Legend of Zelda: A Link to the Past, Crusader: No Remorse etc. (um nur ein paar zu nennen), die bei mir seit Jahren ungebrochen rotieren. Nicht, dass ich nicht auch in den ein oder anderen moderneren Titel unendlich viel Zeit versenkt habe, dass sind aber die Ausnahmen.

Was für mich aber ein wirklich großes Problem ist, sind die ganzen Day 1-Patches, die Unmassen an DLC für Vorbesteller bei XYZ, die vorgeplanten DLC, die Day 1-DLC, Mikrotransaktionen, DRM... und die Preistendenz nach oben (aktuell bei Sammlerversionen vor allem).

Im Übrigen habe ich auch gemerkt - ich, der DVD-Hüllen immer verteidigte - das diese mich zumidnest auf dem PC-Sektor stören... die alten Boxen hatten einfach viel mehr Charme, mehr Inhalt natürlich auch. Das Ausstellen derselben gehört mit zum Hobby.

Lange Rede, kurzer Sinn... ich weiß es nicht. Wenn ich mal wieder was intensiver Spiele, dann macht mir das offensichtlich schon Spaß. Aber ich habe dazu momentan einfach zu wenig Freizeit und ejdes Mal, wenn ich was spiele, habe ich den Hintergedanken, dass ich gerade Zeit vergeude, die ich mit anderen Dingen füllen sollte, die ich tun muss (d.h. mit Arbeit, ich meine nämlich nicht, das Spielen Zeitvergeudung ist o.ä.), was mich nur schwer entspannen läßt.

Ja, das war jetzt mehr ein stream of consciousness statt eines kohärenteren Textes, aber was soll es. Ich bin mir jedenfalls sicher, dass dieses alte, wohlige Gefühl unwiederbringlich verloren gegangen ist. Nicht, weil ich da rausgewachsen wäre oder aufgrund eines ähnlichen Reifeunsinns, sondern weil die Welt sich weitergedreht hat und ich mich nicht mitdrehen möchte.
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Re: Macht Euch Zocken noch genauso viel Spaß wie früher?

#9 Beitrag von Notarzt » Montag, 29. Dezember 2014, 15:20

Nach einigen Durchhängern macht mir das Spielen eigentlich immer noch Spaß. SNES und N64 / Playstation waren Mega-Zeiten. Danach hab ich mit GameCube und Xbox auf die falschen Pferde gesetzt. Da ging es mit dem Spielen doch arg zurück. Seit Xbox 360 und PS3 geht es aber wieder bergauf.

Allein spiele ich sehr sehr wenig / gar nicht. Das schockt mich nicht mehr. Allein habe ich in all den Jahren einfach alles gesehen und gespielt, alles getestet und ausprobiert. Ich habe allerdings ein kleines Ritual entwickelt. In unregelmäßigen Abständen, in der Regel zwei Mal pro Woche, spiele ich mit meiner Familie und Freunden. Wie die meisten vielleicht wissen, spiele ich am liebsten kooperative Modi im Split-Screen. Und da hatte die vergangene Generation wirklich gutes Futter zu bieten. Halo, Gears of War, Left 4 Dead, Borderlands, Earth Defense Force 20XX. Die Tales of-Spiele waren auch super, oder Dragon's Crown, Der Herr der Ringe: Der Krieg im Norden, diverse LEGO-Titel usw.

Da ist so manche Stunde versenkt und so manche Flasche Bier weg gezogen worden. Allein in L4D stecken über 200 Stunden Split-Screen Spiel. Borderlands 1 und 2 habe ich im Split-Screen ca. 1000 Stunden gespielt. Ich sehe das Videospiel heute als elektronische Form des Gesellschafts-/Brettspiels.

Die negativen Punkte, die Vic sehr schön aufgezählt hat, sind ein wesentliches Problem für das gesamte Hobby. Mir ist ein möglichst vollständiges und fehlerfreies Spielerlebnis extrem wichtig. Die Politik der Spieleindustrie hat diese Prinzipien mit Day-1-Patches, DRM und DLC praktisch völlig auf den Kopf gestellt. Daher kaufe ich nach Möglichkeit nichts zu Release und auch keine Sammlerversionen mehr (weil bei denen sowieso kaum noch etwas tolles dabei liegt bzw. ein Großteil nur digital ist).

Entweder ergattere ich irgendwann eine aktualisierte Neuauflage (GotY, Complete Edition usw.), oder ich kaufe die Spiele vom Grabbeltisch. Wenn ich sie dann spiele, gibt es längst den Final-Patch für sie. Den DLC vernachlässige ich komplett. Wenn ein Spiel erscheint, das mich interessiert, recherchiere ich dessen DLC-Lastigkeit im Internet. Und wenn ich da wesentliche Spielinhalte entdecke, die nur als DLC zu haben sind, kaufe ich das gesamte Spiel erst gar nicht.

Ich sammle immer noch. Ich habe sehr viele Titel im Regal stehen, zum Teil noch in der Folie, die ich mangels Zeit wahrscheinlich nie spielen werde. Das ist zwar völlig bescheuert, Dinge zu kaufen und zu bezahlen, die man letztlich effektiv nicht benutzt. Aber darüber mache ich mir keinen Kopf mehr. Ich zahle zu 99% sowieso keinen Vollpreis, daher tut es mir nicht sonderlich weh.

Von diesen Situationen gibt es viele. Was ist mit den Typen, die 200 Briefmarken-Alben randvoll im Keller liegen haben? Die brauchen ihr ganzes Leben, um die Marken noch ein zweites Mal zu Gesicht zu bekommen. Oder die Frau, die 500 Paar Schuhe im Schrank hat. Auch die zieht nicht jeden Tag ein neues Paar an, geschweige denn, dass sie alle ihre Schuhe jemals "auftragen" wird, bis sie kaputt sind.

Ich sehe das einfach als Kollateralschaden der Konsumgesellschaft. Und solange niemand anderes darunter leidet bzw. das sonstige Berufs- und Sozialleben davon beeinträchtigt wird, ist es mir auch egal. Da habe ich einfach andere Sorgen, die meiner Aufmerksamkeit bedürfen.

MfG

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cybdmn
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Re: Macht Euch Zocken noch genauso viel Spaß wie früher?

#10 Beitrag von cybdmn » Dienstag, 30. Dezember 2014, 12:48

Eindeutig: Nein. Die Gründe dafür sind hier ja schon vielfach genannt.

Aktuell spiele ich gerade Back to Saturn X 2 für Doom II, und Strife, während ich auf ein GOG Release der Veteran Edition warte. Also hänge ich nach wie vor immer noch bei der Doom Engine.
Hin und wieder spiele ich mit meiner Freundin auf einem lokalen Server Minecraft. Aktuelleres spiele ich momentan gar nicht. Vermutlich werde ich mir irgendwann noch das neue Wolfenstein für die 360 holen, grosse Hoffnungen habe ich in den Titel allerdings auch nicht.
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Piados
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Re: Macht Euch Zocken noch genauso viel Spaß wie früher?

#11 Beitrag von Piados » Dienstag, 30. Dezember 2014, 13:31

Sehr interessanter Thread und ich muss gestehen, dass ich mir dadurch zum ersten Mal ernsthaft Gedanken über mein Spielverhalten in meinem Leben mache.

Ich glaube ich war Fünf Jahre alt, als ich zum ersten Mal nen Joystick ind der Hand gehalten hab. Muss eine alte ATARI Konsole gewesen sein. 1985. mein Interesse am Spielen wurde aber glaub ich erst in der zweiten oder dritten Klasse geweckt, als ich bei Schulfreunden zum ersten Mal an 'nem Amiga 500 oder 'nem NES spielen durfte. Meinen eigenen ersten 'Rechner' in Form eines Amiga 2000 hab ich erst mit 12 bekommen. Ab da hab ich dann alles gespielt, was ich bekommen konnte. Allerdings war ich nie 'Eigentümer' dieser Spiele. Waren eher Leihgaben. :wink: Sei es auch Mangel an Geld oder einfach, weil meine Eltern den Computer eher als Arbeitsinstrument sehen wollten, ich hab mir nie Spiele leisten/kaufen können.

Bis heute hab ich eigentlich kontinuierlich weiter gespielt. Heute kaufe ich mir die Spiele und 'leihe' nicht mehr. Allerdings sind dies immer Phasen. Es hat Jahre gegeben in denen ich nur sehr wenig gespielt habe. Einfach aus dem Grund, dass mein System nicht die Leistung hergab, um die Titel zu spielen, die micht interessierten. Lediglich All Time Favorites, wie z.B. The Secret of Monkey Island, System Shock 2 oder Baldur's Gate wurden einmal im Jahr 'herausgekramt'.

Ich teile jedoch die Ansichten der meisten hier, dass sich das Spielen heutzutage nicht mehr so anfühlt, wie noch vor 20 jahren(oder auch 10). Natürlich gefallen mir die Spiele noch und ich verbringe viel Zeit jeden Titel ausgiebig zu spielen, aber der 'Geschmack' ist nicht mehr derselbe. Tatsächlich glaube ich auch, dass sich meine Wertschätzung der Spiele veränderrt hat, wie ja auch schon von Euch beschrieben. Man ist durch seine finanziellen Mittel mittlerweile viele eher in der Lage neue Titel zu erwerben, wodurch sich das ganze nicht mehr so exklusiv, so innovativ, so exotisch anfühlt, wie noch zu Zeiten, als Eltern kontrollierend einwirken konnten, sei es durchs Taschengeld oder einfach mit dem moralischen Zeigefinger, der anzeigte, man könne seine Zeit ja auch sinnvoller nutzen.
In diesem Zusammenhang fände ich es interessant, was wohl passieren würde, wenn ich mich mal für zehn Jahre ganz vom Spielen verabschieden würde. Ob das Gefühl von damals wiederkäme?
Ich werds nie herrausfinden, denn trotz allem 'zocke' und sammle ich einfach zu gerne.

Sicher könnte ich meine Gedanken zu dem Thema noch viel differenzierter abgeben, wenn ich mir mehr Zeit nehmen würde. Allerdings liegen hier gerade noch zehn Spiele ungenutzt im Regal, ich habe Freizeit und ich will niemanden langweilen. :wink:

Zu der Umfrage: Ja, ich habe noch genauso viel Spaß beim Zocken wie früher, aber nicht mehr denselben.
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Re: Macht Euch Zocken noch genauso viel Spaß wie früher?

#12 Beitrag von Zombie » Dienstag, 30. Dezember 2014, 16:21

Also das ich zu den ganz alten Eisen gehöre weis hier ja wohl jeder und zocken tue ich noch genau so gern wie früher nur leider habe ich auch immer weniger Zeit dafür der Job die Familie u.s.w.. :roll:

Andere Hobbys habe ich auch kaum noch und Fernsehen und Filme schaue immer weniger damit ich wenigstens 1-2 Stunden am Tag zum zocken komme.

(Manche Tage wird es auch nur eine halbe Stunde) Aus dem Grund habe ich auch gern "freies Speichern". :wink:

Ja es geht jetzt auch mehr Zeit täglich fürs Internet drauf. :oops:

Zu den Games der letzten Zeit muss ich auch sagen das die meisten irgendwie "Seelenlos" sind. :x Und ich kaum mal noch was "neues" finde. Auf der anderen Seite habe ich noch

mindesten 100 ungezockte Titel im Schrank und bei Steam. Auch gibt es viele Titel (meist bei Steam) die mich Interessieren würden wenn sie nicht nur noch englische Sprachausgabe

hätten was mich außer bei Ego-Shootern sehr stört.

Auf jeden fall ist zocken immer noch mein Hobby Nummer Eins :headbang:
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Re: Macht Euch Zocken noch genauso viel Spaß wie früher?

#13 Beitrag von Terence » Mittwoch, 31. Dezember 2014, 08:38

Zombie hat geschrieben: Zu den Games der letzten Zeit muss ich auch sagen das die meisten irgendwie "Seelenlos" sind.
Würde ich so unterschreiben. Könnte teils an mangelnder Hardware liegen, wo durch ich gezwungen bin das meiste mit niedrigen Einstellungen zu spielen. Aber dennoch, die meisten Spiele nerven einfach durch Day-One DLCs, Pre-Order-Boni. Die Games sind irgendwie nur noch leere Hüllen. Aber hey, solange noch genug Indie-Games kommen bleib ich beim Heiligen Gral der Hobbies :mrgreen:
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Re: Macht Euch Zocken noch genauso viel Spaß wie früher?

#14 Beitrag von PaulBearer » Mittwoch, 31. Dezember 2014, 13:26

Wie viele andere habe ich auch das Problem, daß die Zeit zum Spielen immer knapper wird.

Und dann hatte ich schon immer Phasen, in denen mir das Zocken gar keinen Spaß gemacht hat. Zur Zeit hält diese Phase leider schon sehr lange an. Vielleicht wird's auch mal wieder Zeit für neue Hardware, aber der New 3DS läßt hier noch auf sich warten und für die grade aktuelle Konsolengeneration gibt es nach meinem Geschmack einfach noch zuwenig interessante Spiele (ein Teufelskreis?)

Ach, wenn Witcher 3 rauskommt oder ein neues Fallout oder Elder Scrolls, werde ich schon wieder wochenlang bei jeder Gelegenheit vorm Bildschirm sitzen. 8)
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Re: Macht Euch Zocken noch genauso viel Spaß wie früher?

#15 Beitrag von Jonny » Mittwoch, 31. Dezember 2014, 13:53

Also früher habe ich wirklich jeden dreck gezockt, damals zu NES/SNES/MD/PSX zeiten. BAAAM jeden noch so großen schund xD
Heute muss mich ein Spiel einfach von Anfang an fesseln und es muss sich recht flüssig durch spielen lassen, denn auf dauer gesterbe und wieder von neu anfangen wie früher hab ich wirklich kein nerv mehr xD Das kommt aber nur noch 2-3-4x im Jahr vor.
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Re: Macht Euch Zocken noch genauso viel Spaß wie früher?

#16 Beitrag von Stefan » Donnerstag, 1. Januar 2015, 15:41

Das was bisher geschriebenen wurde, trifft auf mich auch mehr oder weniger zu. Es ist damit wohl eine Kombination aus
1. Änderungen der persönlichen Vorlieben oder Ansprüche
2. Änderungen an den Spielen selbst und allem was dazu gehört (DLC, Mikrotransaktionen, Pre-Order, Day1-Patches, DRM, Always-On)
3. zeitliche Einschränkungen durch Beruf, soziale Verpflichtungen, andere Freizeitbeschäftigung und Ablenkungen
die dazu führten dass es mir immer weniger Spaß machte.

Einen ersten Bruch konnte ich bereits 2007/8 feststellen und es ist seitdem nicht mehr besser geworden! So richtig "gehypted" war ich zuletzt von S.t.a.l.k.e.r und Crysis, welche mich beide auf ihre Weise enttäuscht haben, viele Bugs und auf meiner damaligen Hardware nur mit ziemlich niedrigen Settings spielbar und die Aliens in Crysis. GTA 4 war die nächste Katastrophe und Totalausfall. Die Zahl der Spiele die mir wirklich Spaß machten und die ich überhaupt (mit Spaß) zu Ende gespielt habe, hat nach 2007/8 rapide abgenommen!
Zombie hat geschrieben:(Manche Tage wird es auch nur eine halbe Stunde) Aus dem Grund habe ich auch gern "freies Speichern". :wink:
Ja, das ist ein wichtiger Punkt der mich auch massiv stört. Es gab zwar früher auch Spiele wo man während einer Mission nicht (frei) speichern konnte, aber oft hat sich da ein Scheitern schon frühzeitig abgezeichnet und war vor allem nicht durch eine undurchschaubare, gar cheatende KI begründet die hinter dem Rücken Einheiten spawned oder die Gegner per Gummiband einen auf den Hals hetzt oder sonst wie trickst. Die Spielmechanik war einfach transparenter, wenn man gescheitert ist, wusste man fast immer ganz genau warum und konnte gezielt dort ansetzen. Bei neueren Spielen ist Erfolg irgendwie einfach zu sehr von Glück und Zufall abhängt. Von Pay2Win und Sachen gegen Geld freischalten ganz zu schweigen.

Ein weiteres Übel der neueren Spiel sind oft lächerlich wenige Speicherplätze, teilweise nur drei oder gar nur EINER. In Zeiten von Festplatten mit Terabyte (nicht mehr Gigabyte oder Megabyte) komme ich mir da richtig verarscht vor! Besonders übel wenn dann ein Savegame aufgrund von einem Bug defekt wird, so geschehen bei Dead Island, wo dann ca. 10 Stunden Spielen für die Katz war. :tischkantebeiss: Zum Glück hat mir jemand dann ein Savegame geschickt, welches ich verwenden konnte (ist auch keine Selbstverständlichkeit mehr dass das geht!) und fast an der Stelle war, wo meines kaputt ging.
Zombie hat geschrieben:Zu den Games der letzten Zeit muss ich auch sagen das die meisten irgendwie "Seelenlos" sind. :x
Ja, den Eindruck habe ich auch, das Wort "Seelenlos" beschreibt es gut. Schnell, bestenfalls routiniert zusammengeschustert nach einen Schema. Stören tun mich auch der übermässige Einsatz von Zwischensequenzen und Quicktime-Events die einen regelrecht aus dem Geschehen reißen und die "Immersion" zerstören. Ubisoft Open-World-Spiele scheinen wie aus einem Baukasten entsprungen, genauso die Call of Duty-Reihe die mit Modern Warfare 1 ihren Peak erreicht hatte und seitdem jedes Jahr auf Neue im Grunde nur mehr von dem Gleichen anbietet.
Zombie hat geschrieben:Auf der anderen Seite habe ich noch mindesten 100 ungezockte Titel im Schrank und bei Steam.
Mein Rechner, zuletzt Mitte 2009 spieltechnisch aufgerüstet, erfüllt eh meist nicht mal mehr die Minimalanforderungen. Deshalb spare ich mir das Geld und füge interessante Titel nur noch einer immer umfangreicher werdenden Tabelle hinzu. Vollpreis bzw. zum Release hab ich schon seit Ewigkeiten nichts mehr gekauft, geschweige den vorbestellt.

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zombie-flesheater
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Re: Macht Euch Zocken noch genauso viel Spaß wie früher?

#17 Beitrag von zombie-flesheater » Freitag, 2. Januar 2015, 23:47

Mir faellt noch ein, dass die Games inzwischen auch wesentlich Open-World-lastiger geworden sind. Dies in Kombination mit einem einzigen Autosave ist dann fuer perfektionistisch angelegte Naturen ebenfalls frustrierend. Da sind mir (meistens) klassische "Levels" einfach lieber. Gut, kommt schon auch auf das Setting drauf an, aber mich nerven diese zig langweiligen Nebenaufgaben (wie Rennen etc.), die man ggfs. sogar machen MUSS, damit das naechste Hauptquest freigeschaltet wird.
Zu Zeiten von Call of Duty: MW hatte man die kurze Spieldauer ja noch kritisiert, aber gerade bei den neueren Open World Games ist mir die damit verbundene Zeitinvestition fast schon wieder ein Dorn im Auge. Ich habe da irgendwie nicht einmal mehr die Lust, Tage oder gar Wochen mit einem "seelenlosen" (das trifft es ja auch sehr gut) Titel zu verbringen...
Diese Seelenlosigkeit liegt wohl auch daran, dass Titel heutzutage vom Publisher aus ja immer ein Kassenschlager werden muessen, die eigene kuenstlerische Freiheit (noch dazu mit inzwischen grossen Teams) bleibt da oftmals auf der Strecke, das Individuelle verschwindet immer mehr und mehr. Klar, in Richtung Homebrew, Crowdfunding usw. tut sich dafuer gefuehlt mehr, als je zuvor, aber ich haette durchaus mal wieder gerne ein Game, das eine gute Technik und Gameplay samt Story vereint. Ersteres bleibt ja bei den Fanprojekten meistens auf der Strecke.
Day-1-Patches stoeren mich jetzt nicht sonderlich, macht fuer mich keinen Unterschied, ob ich einen Patch zum Release installieren muss oder der Titel bereits in gleicher Form ausgeliefert wird. Vorausgesetzt natuerlich, dass der Titel ueberhaupt sinnvoll laeuft. DLCs sind da schon eher stoerend, und wirken IMHO doch dem Sammeltrieb nach CEs entgegen... Da gibt man teuer Geld fuer eine CE mit ein paar wenigen (meistens eh nur digitalen) Inhalten aus und ein Jahr spaeter gibt es eine wesentlich umfangreichere Version fuer wesentlich weniger Geld. Finanziell ruiniert mich das zwar jetzt auch nicht unbedingt, aber dennoch ist die Motivation, die GOTY oder DLCs zu kaufen recht gering, es fuehlt sich fuer mich halt irgendwie falsch an, diese Verarsche auch noch doppelt zu honorieren.
Ich habe den Thread (und den Steam-Sale) mal als Anlass genommen, um mich mit reichlich alten Klassikern auf Steam einzudecken... bisher hatte ich das System verabscheut (und tue es auch noch jetzt), aber ein paar Euro fuer diverse Klassiker, die dann wenigstens halbwegs vernuenftig und ohne grosse Bastelei auf aktuellen Systemen laufen und die Tatsache, dass ich nicht erst ein paar hundert Huellen nach den Discs durchwuehlen muss, wars mir dann wert... Das sah dann so aus, dass ich mich seit Weihnachten durch diverse Lieblingstitel zocke und ja, so viel Spass hatte ich wohl schon ein paar Jaehrchen nicht mehr beim spielen... Mal nach Postal, Condemned und Harvester nun auch noch Bloodrayne 1 durchspielen und abhaken, und ich fuehle mich durchaus motiviert, endlich mit Alien: Isolation oder gar Wasteland 2 wieder zu aktuelleren Titeln ueberzugehen. :respekt:
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Wenn im Zimmer kein Platz mehr ist,
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Stefan
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Re: Macht Euch Zocken noch genauso viel Spaß wie früher?

#18 Beitrag von Stefan » Samstag, 3. Januar 2015, 16:00

Open-World ist an sich nicht das Problem, sondern eher die Umsetzung. Open-World ist mir lieber als nacheinander durch unzählige Schlauchlevel gepfercht zu werden. Es gibt gute Kompromisse wie S.t.a.l.k.e.r., Dead Rising 2 oder Dead Island. Einige neuere Spiele wie Far Cry 3 übertreiben es halt einfach mit Nebenaufgaben, Sammelaufgaben und gleichzeitigen Missionszielen. Selbst erfahrene Spieler "Letsplayer" scheinen damit überfordert zu sein, ein fürs Video gestecktes Ziel zu erledigen und kommen vom Hundertsten ins Tausendste. :lol:

Richtige RPG mit riesigen Open-World und dem endlos Sammeln, Aufleveln und Quest erledigen meide ich eigentlich sowieso, die einzig richtigen waren Star Wars:Kotor 1 und 2 damals. Ich denke diese überladenen offenen Welten sollen hauptsächlich jüngeres Klientel ansprechen, die man bei der Stange halten will, indem man jeglichen Leerlauf vermeidet und unterbindet, indem man immer genügend was zu tun und zu erledigen anbietet, teilweise völlig inhaltsfreies und sinnentleertes Grinding um den Charakter halt weiter aufleveln zu können. Das macht wohl auch den hohen Suchtfaktor der RPG aus.

Allgemein traut der heutigen Spielerschaft anscheinend nicht zu sich selbst Ziele im Spiel zu stecken, was sich auch an dem ganzen Achievement-Irrsinn zeigt. Bei Max Payne 3 war es anfangs noch unterhaltsam, ich habe regelrecht darauf gewartet welche unsinnige angebliche "Leistung" von mir als nächstes gewürdigt wird, während ich halt "einfach nur gespielt" habe. Ich habe also nicht explizit probiert 5 Gegnern während eines Rückwärtssaltos in den Hintern zu schießen oder sowas in der Richtung. :lol: Irgendwann war dieses ständige Aufblicken von Achievements einfach nur noch nervig, sowas zerstört die "Immersion" genauso wie die von mir schon angesprochenen zu häufigen Zwischensequenzen und Quicktime-Events.

Nochmal wegen Leerlauf im Spielen und mit dem umgehen können. Wenn ich da an früher zurückdenke z. B. Projekt IGI, wo man mal 15 Minuten auf eigene Faust eine Basis auskundschaftet oder Militärflugsimulationen wo man auch erstmal eine viertel Stunde braucht bis man die Wegpunkte bis zum gegnerischen Gebiet abgefolgen hat. Heute gibts Ace Combat und Call of Duty die gleich in der ersten Minute mit Krach Bumm Bang anfangen und nie mehr damit aufhören.

10 GB Day-1-Patch (z. B. Wolfenstein New Order) sind schon ein Problem wenn man nicht gerade schnelles VDSL oder Kabel hat. Das sind dann gleich mal ca. 8 Stunden bei DSL 3000. Das System und die Spielesammlung komplett neu aufsetzen an das darf man in so einem Fall gar nicht denken! Außerdem gibt es dadurch kaum noch Argumente dafür es im Laden oder schlimmer noch überhaupt zu kaufen!

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Re: Macht Euch Zocken noch genauso viel Spaß wie früher?

#19 Beitrag von Vicarocha » Samstag, 3. Januar 2015, 18:59

Day-1-Patches stoeren mich jetzt nicht sonderlich, macht fuer mich keinen Unterschied, ob ich einen Patch zum Release installieren muss oder der Titel bereits in gleicher Form ausgeliefert wird.
Das Problem bei dieser Art von patches ist für mich das gleiche Problem, wie mit DLC u.ä. Phänomenen: Ich habe das Gefühl, ein unfertiges Produkt zu bekommen, resp. einen unvollständigen Datenträger. Der "Liste: Aktualisierte / erweiterte Konsolen- und PC-Versionen"-thread ist für Menschen wie mich, d.h. Menschen, die auch in ferner Zukunft meine Spiele noch problemlos und vollständig spielen können wollen, die ein Produkt wollen, dass komplett und in finaler Fassung auf ihren Datenträgern ruht, das sammelbar ist! Außerdem fühle ich mich dann als Kunde ziemlich verarscht, nach dem Motto: Denen kann man ruhig ein unfertiges Produkt vorwerfen, die schlucken es (das haben wir aber auch wohl eher dem jeweiligen Publisher und regelmäßig nicht den Entwicklern selbst zu verdanken). Hinzu kommt das Problem, dass dank Steam und Co. und auf den Konsolen ohnehin eine dauerhafte Sicherung von patches und Co. immer mit Mehraufwand verbunden oder u.U. nicht möglich ist.

Und ja... mein Rechner braucht auch endlos lang, um sich GB über GB an Daten aus dem Netz zu ziehen. :|

Dafür stören mich vermeintl. Entwicklungen wie Open-World, QTE, Zwischensequenzen und Co. aber nicht per se, d.h. nur, wenn sie schlecht umgesetzt sind (Stichwort: stupide Sammelaufgaben). Ich bin auch niemand, der einen Mangel an Innovationen beklagt (als ob jedes neue Spiel in irgendeiner Art und Weise innovativ sein müßte), ich begnüge mich damit zufrieden zu sein, wenn etwas altbewährtes gut umgesetzt wurde.
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Re: Macht Euch Zocken noch genauso viel Spaß wie früher?

#20 Beitrag von Notarzt » Montag, 5. Januar 2015, 15:44

Die Wandlung der Spielmechanik ist nicht per se schlecht, dass sehe ich auch nicht so dramatisch. Ich habe zum Beispiel "Crackdown" und "Red Dead Redemption" regelrecht verschlungen. Ich war von beiden Spielen extrem begeistert. "GTA IV" und "Crackdown 2" hingegen sind nach zwei Stunden ins Regal gewandert und nie wieder angefasst worden. Das liegt halt ganz am jeweiligen Spiel.

Oder "Saints Row". Das Spiel war für meinen Geschmack UNTERIRDISCH schlecht. Es sah potthässlich aus, wie ein aufgebohrtes PS2 Spiel. Gameplay und Spielmechanik waren auch übelste Grütze. Dann kamen "Saints Row 2" und "The Third", die ich beide quasi eingeatmet habe. Megatitel, für meinen Geschmack nach "Red Dead Redemption" die beiden besten Sandbox-Titel der vergangenen Generation. "GTA V" lasse ich da mal raus, dass habe ich mangels PS4 noch nicht gespielt.

"Dragon's Dogma: Dark Arisen" - auch n super Titel. Großartige, offene Spielwelt, gutes Kampfsystem. Hat gebockt ohne Ende.


Also ich muss schon sagen, auch abseits meiner favorisierten Coop-Titel gibt es immer wieder einzelne gute Titel, die mir richtig gut gefallen. Ich wünsche mir manchmal, so tolle große Spielwelten hätte es auf dem SNES schon gegeben :mrgreen:

Und man sollte zwischendurch auch mal son paar Arcadige Titel spielen - Einfach von links nach rechts laufen und alles kaputt wichsen, was sich bewegt. "Double Dragon Neon" oder "Dungeons & Dragons: Chronicles of Mystara" mit nem Kumpel, ner Kiste Bier und markige Oneliner. Da ist der perfekte Männerabend vorprogrammiert. Die Mischung macht es einfach. Man sollte sich nicht immer wieder von den gleichen "neuen" Sachen anöden lassen.

Legt mal wieder n paar PS1 Klassiker in eure PS3. Ich hab letztens mit meinem Bruder "RayStorm" und "Future Cop L.A.P.D." im Coop durchgespielt. Ein Genuss!

Nochmal: Für mich sind Videospiele mittlerweile die neuen Gesellschaftsspiele. Alleine bockt es sich einfach nicht so, wie mit nem Kollegen oder der Familie. Dadurch habe ich den Spaß am Spielen wieder zurückerobert. Sich alleine in die Bude setzen und den Bildschirm anzustarren, taugt nix. Genauso, wie ich es verabscheue, online gegen irgendwelche Pseudonyme zu spielen, die einen mit ihrem geistigen Dünnschiss belästigen. Voice-Chat ist der größte Fluch der aktuellen Spielwelt: Ohne geht es nicht, weil man irgendwie Kontakt zu seinem Team halten muss. Mit ist es der Horror, weil zu 99% nur Scheiße geredet wird.

Da mach ich mir lieber zu Hause in geselliger Runde noch ne Pulle Bier auf. Prost Männer, auf ein gutes Spielejahr 2015 :)

MfG

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Re: Macht Euch Zocken noch genauso viel Spaß wie früher?

#21 Beitrag von Piados » Dienstag, 6. Januar 2015, 21:45

Prost Frau(en), auf ein gutes Spielejahr 2015 :)

Meine Freundin spielt mit mir mitunter auch sehr gerne ausgewählte Titel, einfach indem sie neben/hinter mir sitzt und mir gute Raschläge gibt, wo ich nochmal etwas suchen könnte, was mir vorher entgangen ist. Gemeint sind Adventuretitel, aber auch Spiele, wie Tomb Raider, Alan Wake, Silent Hill, Beyond: TwoSouls. Umgekehrt funktioniert's auch sehr gut, während Ni No Kuni oder Final Fantasy. Ich schaue zu und gebe Kommentare ab. :wink:

Dabei geht auch schonmal die ein oder andere Flasche Wein drauf. :oops:

So werden viele Spiele auch zum Gesellschaftsereignis. Trotzdem haben wir allerdings noch zig Brettspiele im Regal. :lol:
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LIH
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Re: Macht Euch Zocken noch genauso viel Spaß wie früher?

#22 Beitrag von LIH » Dienstag, 20. Januar 2015, 23:09

Hm, ich hatte nun doch einige Zeit um über die Frage nachzudenken.
Spontan und reflexartig hätte ich wohl ein inbrünstiges JA heraus geschrien.
Aber das wäre wohl nur die halbe Wahrheit.

Ein Punkt der schon mal angesprochen wurde, früher hat man (und habe ich) wenige Titel für längere Zeit gespielt, oft auch ganz egal wie gut oder schlecht die Qualität der Spiele war. Heute fliegen die Spiele viel schneller von der Platte, mehrere Durchläufe von Levels oder dem ganzen Spiel kommen so gut wie gar nicht vor und der nächste Titel liegt eh schon bereit. (wobei ich immer noch versuche jedes angefangene Spiel bis zum Ende durchzuzocken, wenn es nicht gerade mehr als 10 Stunden dauert und das schaffe ich bis auf wenige Ausnahmen auch)
Früher also liebevolle Hinwendung über lange Zeit hinweg, heute zählt nur noch das schnelle Rein und Raus Spiel. :blueeye:

Der nächste Punkt der damit sicher auch zusammenhängt, ich kann nur noch schwer mehr als 2 Stunden am Tag spielen. Gar nicht mal wegen fehlender Zeit, sondern weil ich nach 2 Stunden meistens keinen Bock mehr habe. Die Zeit reicht ja auch aus, aber lange Spielsessions mit 6 oder gar 8 Stunden wie zu Kindertagen ist einfach gar nicht mehr drin.
Dazu kommt, dass mir kurze Spiele immer mehr gefallen, wenn ich die Wahl zwischen einem (scheinbar) viel zu kurzem Spiel mit klarem Fokus auf Story und Gameplay habe und ein Spiel, dass die gleiche Geschichte auf die doppelte oder dreifache Länge zieht, dann fällt mir die Entscheidung leicht. Vor 10 Jahren hätte ich vielleicht anders entschieden.

Tja, und dann ist da noch die Sache ob einem die heutigen Spiele gefallen. Nun, ich zocke quer durch die Zeit und hatte auch schon mal richtige Durchhänger. Letztens hatte ich aber mit dem prominenten Titel "Dark Messiah of Might and Magic" wieder so viel Lust, dass ich den Titel glatt ein zweites Mal durchgespielt habe. Den einen oder anderen Lichtblick, bzw. Hoffnung habe ich ja auch für zukünftige Titel. Gerade mit Project Cars erhoffe ich mir jede Menge Spielspaß für 2015.

Ansonsten kann ich persönlich empfehlen auch mal ne kleine Auszeit zu nehmen und mal ein anderes Hobby auszuprobieren. Ich bastel seit Tagen an einem Geschenk für einen Freund und habe so mal wieder das Thema Modellbau (z.B. Revell) in die Hand genommen. Damit hatte ich das letzte Mal vor etwa 15 Jahren meinen Spaß und noch ein paar nicht angefangene Modelle eingemottet. Jetzt überlege ich, ob ich diese Modelle wieder auspacke und endlich mal zusammenbaue, nun aber mit der nötigen Geduld und etwas professioneller Technik und danach vielleicht noch ein paar neue Modelle besorge.
Ich kann jedenfalls sagen, nach der kleinen Auszeit habe ich grad wieder mehr Bock auf Spiele.

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KSE
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Re: Macht Euch Zocken noch genauso viel Spaß wie früher?

#23 Beitrag von KSE » Mittwoch, 21. Januar 2015, 08:42

Bei mir ist es so, dass mich einfach kaum mehr ein Spiel beeindrucken kann. Während früher immer mal wieder Spiele erschienen sind, die mich fesseln konnten (z.B. Final Fantasy 7, Zelda: OoT, Gothic, Mafia usw), so passiert mir das heute irgendwie gar nicht mehr. Habe alles schon gesehen, alles schon erlebt. Dazu kommt die Next-Gen Grafik mit ihren unzähligen "Spezialeffekten" die vom Eigentlichen oft viel zu sehr Ablenken, wie ich finde. Klar kann das auch mal gut aussehen, aber irgendwie vermisse ich meißtens die Klarheit der Old-School-Grafiken, wie beispielsweise die der Quake III-Engine. Da hat man sich auch noch mehr auf das Gameplay, die Story usw konzentrieren können, weil Levels schneller erstellt waren und entsprechend mehr Zeit dafür blieb, während heute ein Großteil für das Ausschmücken der Levels mit kleinsten Details draufgeht, worunter die Gesamtqualität dann oft leidet, weil - wenn keine zeitgemäße Grafik, dann auch keine Top-Kritiken in Zeitschriften und von Spielern. Zumindest ist das mein Eindruck. Und wenn ich mir das ein oder andere Spiele anschaue und mir dann dabei vorstelle, wie diese angekommen wären, wenn die Grafik nicht so fortgeschritten wäre, wie sie ist, dann bin ich mir sicher, dass diese keine so hohen Bewertungen bekommen hätten, weil sie einfach sonst nicht viel mehr zu bieten haben.

Und dann haben wir da noch die Simplifizierung bzw Next-Gen-Anpassung einst hervorragender Spielereihen wie z.B. Tomb Raider, Max Payne und vorallem der Splinter Cell-Reihe. Waren diese einst das A und O des jeweiligen Genres, so lassen die neusten Teile all das vermissen, was sie einst ausmachte. Bei Max Payne war es unter anderem der Charakter selbst. Sein unverkennbarer Gesichtsausdruck, ein Otto-Normal-Typ, wie die meißten von uns, mit dem man sich entsprechend identifizieren konnte. Heute sieht dieser aus, wie jede Actionfigur in modernen Computerspielen aussieht: kurz rasierte Haare, muskulöser Körper. Fehlt nur noch ne fette High-Tech/Fantasy-Rüstung. Die Tomb Raider-Serie bestach immer aus einer abgewogenen Mischung aus Geschicklichkeit, angereichert mit einer Prise Action und vorallem jeder Menge Atmosphäre. Schon allein der Soundtrack im Hauptmenü hat eine unverkennbare Atmosphäre versprüht. Heute ist auch diese Reihe zu einer Ballerorgie verkommen. Rumgebrülle, Explosionen links und rechts und dazu ein Soundtrack, der durch Lautstärke Spannung zu erzeugen versucht. Das Übelste ist aber tatsächlich, wie sich die Splinter Cell-Reihe entwickelt hat. Für mich einst die beste Stealth-Action Reihe mit toller Amo und allem, was ein gutes Stealth-Spiel ausmacht. - Heute spielt sich die Reihe wie Gears of Wars, Stealth kaum mehr vorhanden. Nicht mal Leichen konnte man mehr aufnehmen und verstecken. Zumindest war das bei Conviction so, ob und was danach kam, weiß ich nicht. Ist mir auch mittlerweile Scheißegal.

Das sind nur einige Gründe, warum ich nur noch selten spiele. Und wenn, dann greife ich lieber auf Klassiker wie No one lives forever, Unreal 1 oder eben die alten Ghost Recon, Tomb Raider usw Teile zurück. Da habe ich mehr Spass mit, weil diese einfach noch Herz und Seele hatten. Wenigstens spart es Geld. Ist ja auch ein Vorteil.
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