Piratenpartei schafft Einzug in Berliner Landtag

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Pendel
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Piratenpartei schafft Einzug in Berliner Landtag

#1 Beitrag von Pendel » Montag, 19. September 2011, 11:36

Meiner Meinung nach die Quittung, dass die etablierten Parteien es versäumt haben auf der einen Seite konsequente Politik zu betreiben (was ja definitiv nichts neues ist) und auf der anderen, dass keine dem Medium Internet genug entgegen gekommen ist, sondern durch ständige Aussagen, wie man das Netz kontrollieren kann und es als Feind betrachtet, sich selbst ins Abseits geschossen haben.
Selbst die Grünen waren nicht in der Lage als ehemalige Revoluzzer-Partei hier entscheidend auf sich aufmerksam zu machen. Ich sehe die Grünen auch schon als ne Ansammlung Spießbürgerlicher alter Säcke, die sich weder bei der CDU noch der SPD heimisch fühlen, aber lieber auch nicht so viel Veränderung wollen. Und bei Aussagen von Claudia Roth, dass Piratenpartei-Anhänger resozialisiert werden müssten, kommt mir sowieso sofort der Gedanke, alte, vetrocknete Schachtel. Das sind Sprüche, die man normalerweise aus dem tiefsten Bayern, eines Kreistags-CSU-Abgeordneten hört.
Ich würde mich zwar schwer tun, die Piraten zu wählen, da sie leider kein Programm haben, dass sich über alle gesellschaftlichen Themen erstreckt. Aber mal ehrlich. Bei dem Stuss was der Rest der Parteien veranstaltet, sehe ich da auch keine klare Linie drin und scheinbar wird eh nur spontan irgendwas entschieden, was mehr oder weniger dem Parteiideal entspricht. Vielleicht wähle ich bei der nächsten Wahl wirklich die Piraten, einfach als Protest. Die sind zumindest weder zu weit Links, noch Rechts einzuordnen. Linke würde ich nie wählen, die Grünen sind für mich seit S21 genau so unwählbar geworden wie FDP, naja und der Rest ist eh Schmarrn.

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Zombie
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Re: Piratenpartei schafft Einzug in Berliner Landtag

#2 Beitrag von Zombie » Montag, 19. September 2011, 13:26

Pendel hat geschrieben:Vielleicht wähle ich bei der nächsten Wahl wirklich die Piraten, einfach als Protest.
Habe ich bei der letzten Wahl schon gemacht
und bei der nächsten auch wieder :respekt:
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LIH
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Re: Piratenpartei schafft Einzug in Berliner Landtag

#3 Beitrag von LIH » Montag, 19. September 2011, 13:29

Tja, ich sag erstmal Glückwunsch Piraten! :respekt:
Mit 9% hätte ich auch nicht gerechnet, aber ich freue mich für sie, genauso wie ich mich über die 1,8% der FDP freue. :mrgreen:

Ich halte sie für wählbar. Natürlich sind sie im Moment weder im Land, noch im Bund regierungsfähig, aber sowas wäre im Moment eh nicht drin.

Es bleibt eine Frage, wie man wählt. Ob man idealistisch, pragmatisch oder sonstwie wählt. Mit den Piraten kann man zumindest ein Zeichen setzen, welches Thema man für wichtig hält und in welche Richtung die Politik gehe sollte.

Außerdem sprechen die Piraten ja nicht nur das Thema Netzpolitik an. Für mich ist das Thema "Weg vom gläsernen Bürger, hin zum transparenten Staat" eigentlich noch viel wichtiger. Das kommt bei allen anderen Parteien viel zu kurz und wird dann höchstens als Politikverdrossenheit abgetan.

Wird jetzt auf jeden Fall interessant, was daraus wird und wie sie sich in den 5 Jahren positionieren werden. Ich hoffe zumindest auf einen interessanten Einblick in den wahren politischen Alltag.

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toxicTom
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Re: Piratenpartei schafft Einzug in Berliner Landtag

#4 Beitrag von toxicTom » Montag, 19. September 2011, 14:08

LIH hat geschrieben:Mit 9% hätte ich auch nicht gerechnet, aber ich freue mich für sie, genauso wie ich mich über die 1,8% der FDP freue. :mrgreen:
Damit hatten die selbst ja nicht gerechnet. Laut dem Sprecher gestern in der Glotze hätten die sonst doppelt soviele Kandidaten aufgestellt.
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RipvanWinkle
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Re: Piratenpartei schafft Einzug in Berliner Landtag

#5 Beitrag von RipvanWinkle » Montag, 19. September 2011, 20:18

Für mich sind die Piraten nicht besser oder schlechter als die APPD, Die Partei und sämtliche anderen Spaßformationen auch - nämlich eine Gruppe Frustrierter, die generell keine Ahnung von nichts haben, außer "das sich was ändern muss". Im Gegensatz zu früher sind sie ja auch nicht mehr als Internet/Netzpartei aufgetreten, sondern einfach nur als Partei, die außer Protest keine Inhalte hat - und weil sie wissen, dass man (zumindest in Berlin) mit Antifa/Grün-Themen am besten fährt, haben sie einfach darauf gesetzt, dem Kiezbewohner nach dem Mund zu reden - und hatten natürlich gleich Erfolg damit.
Generell freue ich mich schon, dass ein paar Grünen und Linkspartei-Männer ihr Mandat verloren haben, aber ich halte die Piraten generell für nicht glaubhaft. Sollte es jemals dazu kommen, dass diese Gruppe Regierungsverantwortung übernimmt (selbst auf kleiner Ebene), dann ist auch ganz schnell wieder Schluss mit der Euphorie, denn dann lernen die Jungs, dass man eben auch manchmal Kompromisse eingehen, und alte Positionen aufgeben muss - genau wie das eben mit den Grünen passiert ist.
Und dann wird es wieder frustrierte Sektierer geben, die krakelen, die Piratenpartei sei nun arriviert, und nicht mehr alternativ genug - und werden eine neue Partei gründen, die schwört sich niemals korrumpieren zu lassen etc.etc. -
So blamiert sich das linke Establishment in Deutschland immer wieder aufs neue :roll:
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caedez
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Re: Piratenpartei schafft Einzug in Berliner Landtag

#6 Beitrag von caedez » Montag, 19. September 2011, 23:29

Ich finde ja, dass die Piraten nicht wirklich links einzuordnen sind. Was den Datenschutz usw. angeht, gibt man sich doch eher konservativ :P
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"Räuber, Diebe, Politiker!" - Dagobert Duck

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