Grundsatzfrage: Abgemilderte Texteinblendungen bei Shootern

Das Forum zur Klärung des Zensurstatus von Videospielen. Ebenso werden hier Indizierungen und judikative Entscheidungen thematisiert.
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cenobite
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Grundsatzfrage: Abgemilderte Texteinblendungen bei Shootern

#1 Beitrag von cenobite » Donnerstag, 26. September 2013, 21:40

Kürzlich erschien von EA eine Pressemitteilung, in der stolz verkündet wird, dass das kommende Battlefield 4 völlig unzensiert und mit einer 18er-Freigabe in Deutschland erscheinen wird.

Da die Battlefield-Reihe ohnehin keine Gore-Schleuder ist und es auch in den anderen Teilen gewaltmäßig bislang nichts zu beanstanden gab, kommt diese Meldung also wenig überraschend.

Was ich mich allerdings gefragt habe: Auch wenn Blutspritzer in der deutschen Version erhalten bleiben, was ist eigentlich mit den oftmals abgeschwächten Übersetzungen der Statusmeldungen?

Ich meine damit Einblendungen wie "ENEMY KILLED - 100 pts." oder "HEADSHOT! - 10 pts.", aus dem dann sowas wird wie "GEGNER ELIMINIERT - 100 Pt." und "VOLLTREFFER! - 10 Pt." wird.

Das mag im ersten Moment kleinlich klingen, aber bei genauerer Betrachtung wird klar, was hier versucht wird: Aus dem FEIND wird ein GEGNER, der nicht GETÖTET sondern ELIMINIERT wird.

In diesem Zusammenhang hab ich "spaßenshalber" mal mein Battlefield 3 auf Deutsch gestellt und war doch überrascht, wie .. seltsam umständlich manches übersetzt wurde. Hier mal ein paar Beispiele:
  • ENEMY KILLED („Feind getötet“) -> GEGNER ELIMINIERT
  • HEADSHOT („Kopfschuss“) -> KOPFTREFFER (wird in anderen Spielen auch gerne mit „Volltreffer“ übersetzt)
  • SAVIOR KILL (evtl. „Rettungsschuss“?) -> VERTEIDIGUNGSTREFFER
  • YOU COMMITED SUICIDE („Du hast Selbstmord begangen“) -> DU HAST DICH ELIMINIERT (lol?)
Also ich finde, gerade bei dem umständlich formulierten „Du hast Dich eliminert“ als Übersetzung für „You commited suicide“ wird klar, dass hier bewusst und äußerst penibel darauf geachtet wird, Wörter wie „Tod“, „Töten“, „Mord“, „Feind“, etc. zu vermeiden.

Das selbe bei „Verteidigungstreffer“ als Übersetzung für „Saviour Kill". Es sind immer nur „Treffer", nicht etwa Schüsse mit Todesfolge.. hey, es sind nicht mal Schüsse, denn selbst dieses Wort wird vermieden, wie man am „Kopftreffer“ sieht! :roll:

Der USK sind ja bekanntlich Spiele, bei denen das „virtuelle Töten“ mit Punkten belohnt wird, ohnehin ein Dorn im Auge. Deswegen fehlen in der dt. Version von Resident Evil 4 ja auch die Mercenaries-Missionen oder in Rainbow Six: Vegas 2 das komplette A.C.E.S.-System (siehe Schnittbericht), um nur zwei Beispiele zu nennen.

Anstatt, dass ein „Feind getötet“ (Enemy Killed) und mit 100 Erfahrungspunkten belohnt wird, wird in der dt. USK-Version von Battlefield 3 (und sicher auch 4) lediglich ein „Gegner eliminiert", was weniger reisserisch klingt und nicht zwangsweise den Tod des Kontrahenten bedeutet.

Klar wissen wir, was *eigentlich* gemeint ist. Und man sieht's ja auch: Wenn man dem Gegner aus nächster Nähe mit der Pistole ins Gesicht schießt und Blut an die Wand spritzt, dann ist er ziemlich sicher tot. Aber das ist doch der Punkt! Wieso wird's dann nicht auch korrekt übersetzt? Eben, weil das Spiel dann womöglich keine Freigabe der USK erhalten hätte, da die Gewalt / das virtuelle Töten zu sehr „verherrlicht“ würde..

Das kann man ja auch in diversen Indizierungsbescheiden oder auch Schnittberichten zu Videospielen hier und auf SB.com nachlesen, dass solcherlei „Belohnungssysteme“ oftmals der Grund für eine Indizierung oder Anlass zur Zensur waren.

Und das ist EA sicherlich bewusst, denn kein Übersetzer würde von sich aus „Suicide“ oder „Headshot“ mit „Du hast Dich eliminiert“ und „Kopftreffer“ übersetzen.. es sei denn, er wurde bewusst dazu angewiesen.

Die Frage, die sich da am Ende stellt: Wie gehen wir damit um? Einfach ignorieren? Im Textfeld erwähnen aber nicht auf „zensiert“ stellen? „Von Systemeinstellung abhängig“ einstellen?

Ich meine, es ist vielleicht nur eine Kleinigkeit, aber Texte absichtlich abgeschwächt oder verfremdet zu übersetzen ist in meinen Augen genauso Zensur wie rotes Blut grün zu färben, damit's durch die USK-Prüfung kommt ;)

Was meint Ihr dazu?


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Re: Grundsatzfrage: Abgemilderte Texteinblendungen bei Shoot

#2 Beitrag von LiquidSnakE » Donnerstag, 26. September 2013, 21:48

Stellt in meinen Augen definitiv eine Verharmlosung dar, ist aber in quasi jedem dt. Shooter-Release, weshalb wir dann viel als "zensiert" zu werten hätten. Jedes Call of Duty, jedes Battlefield, auch Spiele wie Counter-Strike oder Day of Defeat - sie alle haben bspw. die berühmte "Headshot -> Volltreffer"-Änderung. :?
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Re: Grundsatzfrage: Abgemilderte Texteinblendungen bei Shoot

#3 Beitrag von KT » Donnerstag, 26. September 2013, 22:48

So schlecht können die Übersetzer nicht sein, dass sie nicht auf "Kopfschuss" kommen. Das scheint Absicht zu sein. Für mich ist es schon Zensur, irgendwo. Zumindest erwähnen sollten wir das auf jeden Fall IMHO.
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Re: Grundsatzfrage: Abgemilderte Texteinblendungen bei Shoot

#4 Beitrag von zombie-flesheater » Donnerstag, 26. September 2013, 23:02

KT hat geschrieben:So schlecht können die Übersetzer nicht sein, dass sie nicht auf "Kopfschuss" kommen. Das scheint Absicht zu sein. Für mich ist es schon Zensur, irgendwo. Zumindest erwähnen sollten wir das auf jeden Fall IMHO.
Gilt dann allerdings wie gesagt tatsaechlich auch fuer jedes Call of Duty.
Ich sehe derartige Lokalisationsaenderungen eigentlich nicht sooo schlimm an, ein unzensierter Eintrag mit entsprechendem Vermerk im Zensurfeld reicht da IMHO voellig - gerade wenn sich ohnehin die (englische) Originalversion mit auf dem Datentraeger befindet. Zensiert oder von blablabla abhaengig halte ich fuer uebertrieben und wuerde grundsaetzlich viele eigentlich brauchbare Versionen auf den ersten Blick uninteressant machen.
Schlimmer noch: Eigentlich muesste man dann ja auch alle auslaendischen Versionen, die sich auf deutsch installieren lassen, auf einen entsprechenden Zensurstatus stellen. Evtl. wurde bei multilingualen Titeln in der slowakischen Version mal irgend ein Wort abgeschaecht, nur findet das wiederum selbstverstaendlich keine Erwaehnung, weil das ja (hier) sowieso niemanden auffaellt.
Bei rein-deutschen Versionen ohne entsprechende Auswahlmoeglichkeit einer anderen Sprache sieht der Fall dann allerdings schon wieder anders aus. Ich erinnere mich da an irgend einen (SNES?)Titel, bei dem nach Toetung eines Gegners eine Meldung "Gegnername entschlaeft" eingeblendet wurde. :megalol:
Es stellt sich natuerlich die Frage, wo man anfaengt, und wo man aufhoert. Headshot = Volltreffer ist selbstverstaendlich extrem abgemildert, Kopftreffer gibt - wenngleich ebenfalls etwas zahmer - wenigstens die urspruengliche Intention wieder.
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Re: Grundsatzfrage: Abgemilderte Texteinblendungen bei Shoot

#5 Beitrag von KT » Donnerstag, 26. September 2013, 23:29

zombie-flesheater hat geschrieben:und wuerde grundsaetzlich viele eigentlich brauchbare Versionen auf den ersten Blick uninteressant machen
Genau das denke ich irgendwie auch.
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Re: Grundsatzfrage: Abgemilderte Texteinblendungen bei Shoot

#6 Beitrag von cenobite » Freitag, 27. September 2013, 09:19

Stein des Anstosses war bei mir ja auch besagte Pressemitteilung, in der stolz verkündet wurde, dass die deutsche Version von Battlefield 4 unzensiert erscheinen würde.

Das gab mir halt zu denken, da diese doch recht auffällig abgemilderten Übersetzungen schon stark nach Zensur riechen. Man aber scheinbar (auch in Spielerkreisen) einfach so hinnimmt.

Ich meine, im kompletten Multiplayer-Part wird peinlichst drauf geachtet, Wörter wie Töten, Erschiessen, Mord, Feind, etc. zu vermeiden.. und das ist doch Zensur!

Ich hab mir im Falle von Battlefield 3 auch mal französische und italienische Gameplay-Videos angesehen, und dort wird das „ENEMY KILLED“ mit „ENNEMI TUÉ“ bzw. „NEMICO UCCISO“ übersetzt, was nach einem Blick ins Wörterbuch direkte Übersetzungen sind.

Aber in Deutschland wurde mit Bedacht und Absicht „freier“ übersetzt, damit nicht vom „Feind“ die Rede ist und man auch ja keine Punkte fürs „Töten“ bekommt! .. sondern nur fürs Eliminieren und allgemeine „Treffen“ :roll:

Und selbst, wenn wir wissen oder uns denken können, dass mit „KOPFTREFFER“ eigentlich „KOPFSCHUSS“ gemeint ist und mit „SUICIDE“ eigentlich „SELBSTMORD“ - das ändert ja nichts an der Tatsache, dass es zunächsteinmal abgeändert wurde.

Dann könnte man ja fast argumentieren: „Ach, grünes Blut finde ich nicht so schlimm, man weiss ja, dass es eigentlich rot sein müsste..“ :P

Allerdings sehe ich auch ein, dass es viele - zumindest gewaltmäßig unangetastete - Versionen in der Datenbank plötzlich als uninteressant erscheinen ließe..
Ist halt die Frage, ob wir das „möchten“ oder nicht. Aber zumindest auf die Änderungen hinweisen sollten wir schon!

Wobei.. bei Soldier of Fortune Gold ist es ja eigentlich genau der Fall, den wir hier gerade thematisieren: Spiel ist gewaltmäßig unzensiert, aber bei dt. Spracheinstellung gibt es textliche Zensuren. Und diese Version wurde auch als „Von System-Konfiguration abhängig“ eingetragen.. hm..


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Re: Grundsatzfrage: Abgemilderte Texteinblendungen bei Shoot

#7 Beitrag von Vicarocha » Freitag, 27. September 2013, 10:23

zombie-flesheater hat geschrieben:Ich erinnere mich da an irgend einen (SNES?)Titel, bei dem nach Toetung eines Gegners eine Meldung "Gegnername entschlaeft" eingeblendet wurde. :megalol:
Mystic Quest... zumindest auf dem GB, auf 'm SNES habe ich das nie gespielt.
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Re: Grundsatzfrage: Abgemilderte Texteinblendungen bei Shoot

#8 Beitrag von 100%Milk » Freitag, 27. September 2013, 10:35

Jetzt sollte man nur noch wissen das "entschlafen" durchaus ein Begriff für "sterben" ist und in nem Mittelalter-Fantasy-Setting gar nicht mal so unpassend.
http://www.duden.de/rechtschreibung/entschlafen

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Re: Grundsatzfrage: Abgemilderte Texteinblendungen bei Shoot

#9 Beitrag von cenobite » Freitag, 27. September 2013, 13:43

Im Bezug auf Mystic Quest (GB) waren es aber auch keine Gegner, die „entschlafen“ sondern storyrelevante Nebencharaktere.

In der japanischen Version wird hier das Wort „息絶える“ (ikitaeru) verwendet, was in etwa so viel bedeutet wie „seinen letzten Atemzug nehmen“ oder „den Odem aushauchen“
(Japanisch lässt sich in den meisten Fälle nicht wortwörtlich übersetzen, da muss man schon ein wenig kreativ werden und sich auch in der „Zielsprache“ gut auskennen).

Quelle: Mystic Quest / Seiken Densetsu ist mein Lieblings-GameBoy-Spiel ^^

Also auch im Original wird ebenfalls eine eher alltertümliche oder „poetische“ Umschreibung für Sterben verwendet.
Hier ist die deutsche Übersetzung also nicht bewusst verfälscht oder abgeschwächt worden, um bestimmte Begriffe zu vermeiden, die einer Freigabe im Weg stehen könnten.

Und wie gesagt - wir haben ja auch jetzt schon Versionen als zensiert oder „Von System-Konfiguration abhängig“ eingetragen, bei denen bei dt. Spracheinstellung Textzensuren auftreten.


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Re: Grundsatzfrage: Abgemilderte Texteinblendungen bei Shoot

#10 Beitrag von KT » Freitag, 27. September 2013, 13:59

cenobite hat geschrieben: Und wie gesagt - wir haben ja auch jetzt schon Versionen als zensiert oder „Von System-Konfiguration abhängig“ eingetragen, bei denen bei dt. Spracheinstellung Textzensuren auftreten.
Richtig, die Sache mit den "Nazis", z.B.. Oder irgendwelche NES-Spiele, wo es um grob geschätzt 2 Wörter ging (fällt mir nicht ein).

Ich hätte im Prinzip nichts dagegen, auch die ganzen Shooter auf halb-zensiert zu stellen. Nur müssen wir uns dabei eine Grenze überlegen. Reicht ein Wort schon aus?
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Re: Grundsatzfrage: Abgemilderte Texteinblendungen bei Shoot

#11 Beitrag von cenobite » Freitag, 27. September 2013, 15:19

Uncharted 2 steht auch auf „Von System-Konfiguration abhängig“ und da ist es laut Eintrag nur ein Wort, welches geändert wurde:
Bei deutscher Spracheinstellung wird in einer Zwischensequenz der Name "Hitler" durch "Saddam" ersetzt.
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Re: Grundsatzfrage: Abgemilderte Texteinblendungen bei Shoot

#12 Beitrag von 100%Milk » Freitag, 27. September 2013, 16:46

Bei Uncharted 2 sprechen se aber definitiv von "SS" und "Nazis", als Drake die eingefrorenen Leichen findet. Ich spiel prinzipiell auf Englisch, war an der Stelle aber so überrascht das ich direkt Reset gedrückt, auf Deutsch gestellt und noch mal die Stelle gespielt hatte. War überrascht das es korrekt übersetzt wurde.

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Re: Grundsatzfrage: Abgemilderte Texteinblendungen bei Shoot

#13 Beitrag von Kirk » Freitag, 27. September 2013, 18:02

Weil das sonst keinen Sinn ergeben würde. Schnittberichte fasst das gut zusammen:
Es wurde also ''Hitler'' durch ''Saddam'' ersetzt, was leider ein wenig unpassend wirkt. Kurioserweise wurden die Begriffe ''Nazi'', ''SS'' und ''Ahnenerbe'' vorher weder in Dialogen, noch in Drakes Notizbuch oder im Buch der toten Forscher zensiert. Möglicherweise liegt dies daran, dass eine Zensur eine gewisse Veränderung der Story zur Folge gehabt hätte: Erstens wären die Forscher keine Nazis mehr gewesen und zweitens hätte Karl Schäfer damals auf seiner Expedition dementsprechend Unschuldige erschossen.
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Re: Grundsatzfrage: Abgemilderte Texteinblendungen bei Shoot

#14 Beitrag von zombie-flesheater » Freitag, 27. September 2013, 19:10

Kirk hat geschrieben:Weil das sonst keinen Sinn ergeben würde. Schnittberichte fasst das gut zusammen:
Es wurde also ''Hitler'' durch ''Saddam'' ersetzt, was leider ein wenig unpassend wirkt. Kurioserweise wurden die Begriffe ''Nazi'', ''SS'' und ''Ahnenerbe'' vorher weder in Dialogen, noch in Drakes Notizbuch oder im Buch der toten Forscher zensiert. Möglicherweise liegt dies daran, dass eine Zensur eine gewisse Veränderung der Story zur Folge gehabt hätte: Erstens wären die Forscher keine Nazis mehr gewesen und zweitens hätte Karl Schäfer damals auf seiner Expedition dementsprechend Unschuldige erschossen.
Da geht es ja auch um etwas Anderes, bzw. der Kontext in dem der Typ das sagt. Der spricht da doch von "grossen Kaempfern" (oder grossen Maennern? Jedenfalls irgendwas in der Art...), daher wollte man Hitler wohl nicht im in irgend einer Weise positiven Licht dastehen lassen - auch wenn ich diese Aenderung selbstverstaendlich nicht gutheissen kann, so kann ich sie wenigstens irgendwo nachvollziehen.
Ich hole wohl (zu) weit aus, wenn ich vorschlage, die Zensuren in der ogdb ggfs. in "Sprachzensuren (in der deutschen Lokalisation)" und "Spielelementzensuren" zu unterteilen? Interessant finde ich diesen Gedanken jedoch allemal, zumal sich dieser Umstand gerade in letzter Zeit immer mehr haeuft.
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Re: Grundsatzfrage: Abgemilderte Texteinblendungen bei Shoot

#15 Beitrag von Motoko » Freitag, 27. September 2013, 20:14

cenobite hat geschrieben:Man aber scheinbar (auch in Spielerkreisen) einfach so hinnimmt.
Stimmt! Da muss ich mich auch selber an die Nase fassen - habe mich schon dran gewöhnt :oops:

Also im ersten Moment schreckt mich nur die Masse an Versionen ab, die wir dann überprüfen müssten. Die komplette "Medal of Honor"-Reihe wäre mit Sicherheit auch so ein Kandidat. Sehe gerade, dass ich bei nur zwei Titeln der Reihe in den Schnittberichten drauf eingegangen bin. Habe ich das sonst nicht beachtet? (Oder bei den beiden vielleicht nur, damit der SB nicht so mickrig ausfiel :blueeye: ):Medal of Honor: Heroes und Medal of Honor: Heroes 2

EDIT:
Argh, nee... schlechte Beispiele - die Versionen sind ja nicht multilngual und eh zensiert (Symbolik & Nazi-Begriffe). Aber bei Titeln wie "MoH: Warfighter" oder "Airborne" könnte ich mir das vorstellen.
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Re: Grundsatzfrage: Abgemilderte Texteinblendungen bei Shoot

#16 Beitrag von cenobite » Samstag, 28. September 2013, 12:35

Wie hier im Thread ja bereits erwähnt wurde, ist auch die Modern Warfare Reihe voll mit Übersetzungszensuren (ich nenn's jetzt einfach mal so).

„HEADSHOT“ wird zu „VOLLTREFFER“, „FIRST BLOOD“ zu „STARTER“, etc..

Mich erinnert das in gewisser Weise an den alten Nintendo-Brauch, sämtliche Wörter, die eine religiöse Konnotation haben könnten, zu entfernen oder anders zu übersetzen.

Nur diesmal eben mit Begriffen wie „Töten“, „Tod“, „Feind“, „Blut“, oder anderen, die bei korrekter Übersetzung für die USK zu reisserisch klingen würden.

Da es mich schon länger interessierte, wie im Fall von Battlefield 3 die japanische Übersetzung daher kommt, hab ich mir diese inzwischen besorgt und gestern mal ein paar Runden gespielt (Bemerkung am Rande: Die DLCs der EU-Version sind *nicht* mit der JP-Version kompatibel, leider).

Jedenfalls werden in der japanischen Version entweder die Originaltexte übernommen (z.B. „HEADSHOT“) und katakanisiert, also mit japanischen „Buchstaben“ wiedergegeben (ヘッドショット) oder eben entsprechend übersetzt, z.B. „敵をキル“ (kataki o kiru) für „ENEMY KILLED“.

Insofern scheint das wirklich ein „Deutsches Phänomen“ zu sein, was allerdings auch nicht verwunderlich ist, wenn man an Beispiele wie Resident Evil 4 zurückdenkt, bei denen ganze Spielmodi entfernt wurden, da man hier „fürs Töten belohnt“ wurde.

Im Falle von BF3 findet sich zudem eine weitere Übersetzungszensur in den In-Game-Statistiken, dort werden die eigenen Tode („DEATHS“) mit „VERLUSTE“ übersetzt, sowie „LONGEST KILL STREAK“ mit „LÄNGSTE SERIE“..

Es mutet schon beinahe albern an, wie sehr darauf bedacht wird, „keine bösen Wörter“ zu verwenden - und das, obwohl das Spiel ohnehin „ab 18“ ist. Nur hätte es, bei korrekter Übersetzung, diese Freigabe wohl nicht bekommen, wegen „Gewaltverherrlichung“, etc. pp. :roll:


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Re: Grundsatzfrage: Abgemilderte Texteinblendungen bei Shoot

#17 Beitrag von SAL » Samstag, 28. September 2013, 21:20

Call of Duty Black Ops: Zombie Modus

Im Hauptmenü der englischen Version steht da "Zombies", in den dt. Sprachigen Version (jep auch die Ösi Version) hat dort "Überlebenskampf" stehen.
Und in allen Erklärungen und Einblendungen (Text) ist immer nur von "untoten Angreifern" etc. die Rede.
Jedoch die Haupthelden im Spiel sagen jedoch in ihren Sprüchen immer wieder mal Zombies.

Auch hat dort der "Announcer" weniger zu sagen, da Gegenstände wie "InstaKill", "Max Ammo" etc. nichtmehr angesagt werden wenn man sie aufhebt.

Sicher es ist Zenusr, vom Publisher veranlasste.
Ich stell mir nicht die Frage ob es erwähnt werden sollte , sondern könnte man nicht verschiedene Zensursymbole einführen?
(Und gleichzeitig noch ne Legende, was was ist)

Irgendwie sowas wie ein Kombinationssymbol wenn in einem Spiel im singleplayer texte und Gewalt raus/verändert sind,
dann steht da nicht (nur) die Schere, sondern eben eine einzelne Figur + Textsymbol und Blutfleck.
anstatt der einzelnen Figur oder bei Multiplayerzensuren mehrere Figuren, eben die Klassiker "SP&MP".
Mit Figur meine ich sowas wie ein Smilie, wie trueachievements das hat mit der Unterteilung für single und multiplayererfolge und die Beschreibung.
Ich link das mal:
http://www.trueachievements.com/a153724 ... vement.htm

Da rechts die kleinen Symbole.

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Re: Grundsatzfrage: Abgemilderte Texteinblendungen bei Shoot

#18 Beitrag von zombie-flesheater » Sonntag, 29. September 2013, 18:35

SAL hat geschrieben:Call of Duty Black Ops: Zombie Modus

Im Hauptmenü der englischen Version steht da "Zombies", in den dt. Sprachigen Version (jep auch die Ösi Version) hat dort "Überlebenskampf" stehen.
Und in allen Erklärungen und Einblendungen (Text) ist immer nur von "untoten Angreifern" etc. die Rede.
Jedoch die Haupthelden im Spiel sagen jedoch in ihren Sprüchen immer wieder mal Zombies.

Auch hat dort der "Announcer" weniger zu sagen, da Gegenstände wie "InstaKill", "Max Ammo" etc. nichtmehr angesagt werden wenn man sie aufhebt.

Sicher es ist Zenusr, vom Publisher veranlasste.
Ich stell mir nicht die Frage ob es erwähnt werden sollte , sondern könnte man nicht verschiedene Zensursymbole einführen?
(Und gleichzeitig noch ne Legende, was was ist)

Irgendwie sowas wie ein Kombinationssymbol wenn in einem Spiel im singleplayer texte und Gewalt raus/verändert sind,
dann steht da nicht (nur) die Schere, sondern eben eine einzelne Figur + Textsymbol und Blutfleck.
anstatt der einzelnen Figur oder bei Multiplayerzensuren mehrere Figuren, eben die Klassiker "SP&MP".
Mit Figur meine ich sowas wie ein Smilie, wie trueachievements das hat mit der Unterteilung für single und multiplayererfolge und die Beschreibung.
Ich link das mal:
http://www.trueachievements.com/a153724 ... vement.htm

Da rechts die kleinen Symbole.
Die Idee mit einer alternativen Kategorie hatte ich bereits weiter oben gepostet. Ausser eine Trennung von Sprach- und Gameplayzensuren wuerde ich jedoch keine weiteren Kategorien einfuehren - das wuerde dann einfach zu ueberladen und unuebersichtlich werden.
Stell dir mal Symbole hierzu vor:
http://ogdb.eu/index.php?section=game&gameid=28536

:megalol:
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Re: Grundsatzfrage: Abgemilderte Texteinblendungen bei Shoot

#19 Beitrag von cenobite » Montag, 30. September 2013, 13:00

Trennung zwischen Sprach- und Gameplayzensuren fänd ich gut.
Dann könnte man auch die ganzen alten, „religionszensierten“ Nintendogames besser kennzeichnen.


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Re: Grundsatzfrage: Abgemilderte Texteinblendungen bei Shoot

#20 Beitrag von corvus » Donnerstag, 21. November 2013, 17:26

Man müsste im Vorfeld erfahren, ob eine absichtliche Abmilderung vorliegt, um es als Zensur zu werten. Manchmal ist die Übersetzung einfach schwammig oder schlecht. Da kann man noch nicht eindeutig von Zensur sprechen. Manchmal haben sich einfach bestimmte Synonyme im deutschem Sprachraum durchgesetzt. Und in manchen Fällen ist das deutsche Wort so lang, dass ein kürzeres, weniger genaues Synonym verwendet werden muss, um im z.B. Menüfeld zu passen. Man erinnere sich an Oblivion und der Abkürzungssalat. Manchmal glaube ich aber auch, dass Phonetik eine Rolle spielt: Für mich klingt aus irgendeinem Grund "Volltreffer" schlicht besser als "Kopfschuss". Direkte Übersetzungen klingen einfach nicht immer so gut.

In anderen Fällen liegt aber eindeutig Zensur durch Abmilderung der Sprache vor:
http://ogdb.eu/index.php?section=game&gameid=14611
Und C&C 3 wurde die Atomrakete in Aurora-Rakete umbenannt. Eindeutig ein Versuch, den realen Bezug zu vermeiden.
http://www.schnittberichte.com/schnittb ... hp?ID=1547
http://www.schnittberichte.com/schnittb ... hp?ID=3538
Diese beiden Fälle sind sehr interessant, da sie zusätzliche erklärende Texte am Anfang einfügen und damit das eigentliche Werk in seinem eigentlichen Sinne zu verzerren. Im Falle von Starship Troopers, wird also nicht nur die leicht faschistisch angehauchte Ideologie in der deutschen Fassung verwässert, sondern am Anfang explizit erwähnt, dass der Film auf einen Roman basiert und folglich nicht echt ist. Im Falle von Soldier of Fortune II wird eine Vor-Vorgeschichte hinzugefügt, die erklären möchte, warum Menschen durch Roboter ersetzt werden. Hier stellt sich mir ein sehr interessantes Problem:

Stellen wir uns ein brutalen Shooter vor, der inhaltlich identisch ist zum Original, aber auf deutscher Spracheinstellung wird am Anfang eine Texttafel eingefügt. Dort steht, dass das Spiel lediglich in der Fantasiewelt "Zensursuland" stattfindet; Alle haben nur roten Schweißausbruch; Worte wie "Arschloch" sind eine Art Elbisch für "Dankeschön" und Menschen sterben hier nicht, sondern verfallen in einen Schlaf ohne Puls. Am Ende wachen alle wieder auf und gehen brav wählen.

Wäre das Spiel dann zensiert oder erweitert?

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Re: Grundsatzfrage: Abgemilderte Texteinblendungen bei Shoot

#21 Beitrag von SAL » Donnerstag, 21. November 2013, 19:49

Arschloch für die nette Info.

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Re: Grundsatzfrage: Abgemilderte Texteinblendungen bei Shoot

#22 Beitrag von Notarzt » Donnerstag, 21. November 2013, 19:58

Man sollte dieses Thema nicht zu hoch hängen, sonst können wir gefühlt 99% der deutschen Shooter-Versionen als zensiert einstufen.

Fakt ist, dass es sich hier zweifelsfrei um regionale, "sprachliche Anpassungen" resp. Verharmlosungen handelt. Damit ist der Tatbestand der Zensur eigentlich schon erfüllt. Dennoch sollte man kleinere Änderungen wie "Headshot <> Volltreffer" irgendwie durch's Raster fallen lassen.
Grundsätzlich sind das ja Abmilderungen von "Kommentaren" bzw. Hinweisen zum "reflexartigen Töten", wie es damals immer so schön geheißen hat.

Was man eindeutig als Zensur kennzeichnen muss, sind grundsätzliche Änderungen:Sprachliche Anpassungen des Kontext, das Umschreiben der Handlung oder das Verwenden von Nebelkerzen und anderen irreführenden Begriffen. Das Beispiel von corvus mit "Atomrakete <> Aurora-Rakete" ist hier ein perfektes Beispiel. Hier soll gezielt eine Massenvernichtungswaffe aus dem Kontext der Handlung bzw. der "spielerische Einsatz" derselben entfernt werden.


Außerdem muss man, meiner Meinung nach, eine Sache ganz klar feststellen:
1) Wir haben sprachlich leicht modifizierte deutsche Lokalisierung, wie das erwähnte "Headshot <> Volltreffer". Dennoch sind solche Shooter ansonsten weitgehend nah am Original übersetzt. Es wurden nur Einzelbegriffe, die ohnehin für sich selbst stehen, etwas umgedichtet.

2) Wir haben stark beeinflusste Spiele aus der Sparte "Atomrakete <> Aurora-Rakete". Und diese Spiele sind meisten auch wirklich massiv zensiert. Sowohl sprachlich als auch inhaltlich. Wie schon gesagt, ist hier das Beispiel von corvus mit "Command & Conquer" ideal. Hier wurden wesentliche Teile von Inhalt und Handlung sprachlich vollkommen verzerrt, um dem Spieler etwas total anderes zu suggerieren. Seien es Kampf-Bots statt Soldaten, Nebelraketen statt Atombomben oder ein Konflikt im Lande Absurdistan statt Naher Osten.


Ob und wie stark etwas zensiert ist, kann man ja anhand von anderen international erhältlichen Versionen ableiten. Daher würde ich "Soldier of Fortune II" hier nicht als Maßstab nehmen wollen. Diese Spiel ist bis heute ein extremer, einmaliger und in jeder Hinsicht unübertroffener Präzedenzfall. Es gibt ja rückwirkend praktisch kein zweites Spiel in Deutschland, das so extrem und allumfassend editiert wurde. Da es vollkommen von den Intentionen des Originals abweicht und dem Spieler eine völlig andere Realität verkaufen will, kann man es nur als zensiert und nicht als erweitert werden. Egal was für die Erzeugung des alternativen Handlungsrahmen dazu gedichtet oder an Zwischensequenzen hinzu gefügt wurde oder nicht.

Wäre SoF II unzensiert und lediglich mit veränderter Lokalisierung erschienen, wäre auch das zu Recht als Zensur gebrandmarkt worden. Denn man will dem Konsumenten damit ja etwas völlig neues/anderes verkaufen, nicht nur eine weniger reißerische Bezeichnung für 'Kopfschuss'.

MfG

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cenobite
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Re: Grundsatzfrage: Abgemilderte Texteinblendungen bei Shoot

#23 Beitrag von cenobite » Mittwoch, 19. März 2014, 17:08

Notarzt hat geschrieben:Außerdem muss man, meiner Meinung nach, eine Sache ganz klar feststellen:
1) Wir haben sprachlich leicht modifizierte deutsche Lokalisierung, wie das erwähnte "Headshot <> Volltreffer". Dennoch sind solche Shooter ansonsten weitgehend nah am Original übersetzt. Es wurden nur Einzelbegriffe, die ohnehin für sich selbst stehen, etwas umgedichtet.
Gleichsam sollte man aber auch feststellen, dass in dt. Versionen, die „Headshot“ mit „Volltreffer“ übersetzen, auch gerne andere Begriffe wie „töten“, „erschießen“, „vernichten“, durch „eliminieren“, „ausschalten“ oder „unschädlich machen“ ersetzt werden (damit man auch ja keine Punkte fürs „Töten“ bekommt). Dazu werden aus „Feinden“ gerne „Gegner“ oder „Kontrahenten“.

Men merkt bei Spielen wie Battlefield oder Call of Duty einfach, dass man die Übersetzung nicht bloß dem lokalen Sprachgebrauch angepasst hat, sondern das gezielt „reisserisch“ klingende Übersetzungen vermieden werden sollten.

„Gegner eliminiert“ klingt halt weniger drastisch als „Feind getötet“.


ceno
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