Der offizielle Literatur-Thread

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PaulBearer
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Re: Der offizielle Literatur-Thread

#151 Beitrag von PaulBearer » Donnerstag, 6. Februar 2014, 20:05

"Er ist wieder da" von Timur Vermes

Obwohl, wieso was drüber schreiben, wenn man sich die Verkaufszahlen ansieht, hat es eh schon jeder zu Hause. :)

Also, ein bekannter deutscher Diktator wacht im Jahr 2011 mitten in Berlin auf. Davon, daß er eigentlich seit 66 Jahren tot sein müßte, läßt er sich nicht groß aus dem Konzept bringen und bringt bald im Fernsehen und auch sonst bei jeder Gelegenheit seine Ansichten an den Mann und wird überall als großartiger Komiker und Satiriker angesehen.

Ein echt lustiges Buch, das einen aber gern mal in einem Nebensatz dran erinnert, daß diese drollige Witzfigur eigentlich ein gestörter Massenmörder ist. Nicht wirklich glaubwürdig, aber mit schönen Seitenhieben gegen die Medienbranche und in einer gut lesbaren Mischung aus Alltagssprache und aufgeblasener Hitler-Schreibe verfaßt. Kein Geniestreich, aber ein gutes und unterhaltsames Buch.
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LIH
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Re: Der offizielle Literatur-Thread

#152 Beitrag von LIH » Montag, 3. März 2014, 14:11

Letztens Was es heisst in den Krieg zu ziehen von Karl Marlantes gelesen.

Ein wirklich interessantes Sachbuch. Marlantes tritt dabei nicht auschließlich als Kriegstreiber oder Kriegsgegner auf.
Im Buch beschreibt Marlantes seine eigenen Vietnamerfahrungen und stellt dabei heraus, dass vielen Soldaten psychologisch nicht vorbereitet sind, wie man Soldaten z.B. mit Ritualen nach einem Kampf mit dem Töten und der eigenen Schuld gegenüberstellen kann. Wie Lügen im Krieg auch manchmal richtig sein kann, wie ein Gefecht gleichzeitig schrecklich ist, für den Soldaten aber auch gleichzeitig das beste Gefühl im Leben geben kann und wie ein Krieg ein nie gekanntes Zugehörigkeitsgefühl erzeugen kann, dass Loyalität nicht immer nur von unten nach oben verstanden werden sollte. Außerdem was bei der Reintegration von Vietnam Veteranen falsch gelaufen ist und wie sich die Gesellschaft zu der Zeit verhalten hat (inklusive einem kleinen Seitenhieb auf die Feminismus Bewegung zu der Zeit :blueeye: ) und wie man das in Zukunft bessern könnte, keine Hurra-Patriotismus-Konfetti-Party, als auch keine Verleugnung und Erniedrigung.
Zuletzt geht es auch um die Erziehung der Kinder und wie man mit verschiedenen Gefühlen umgehen könnte/sollte, statt konsequent alle gewalttätigen Tendenzen zu leugnen und zu unterdrücken.

Wie gesagt, sehr interessant und äußerst anregend, absolut empfehlenswert. Eine kleine Leseprobe ist ja schon oben im Link enthalten.

Als nächstes werde ich mir mal seinen Roman Matterhorn ansehen.

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zombie-flesheater
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Re: Der offizielle Literatur-Thread

#153 Beitrag von zombie-flesheater » Montag, 20. Oktober 2014, 11:42

Dass ich doch mal hier poste... :shock:

Hatte mir wegen des Covers "Fettsack" von Rex Miller gekauft. Bei der Bestellung auf Amazon dann gesehen, dass es noch andere Werke vom gleichen Autor gibt, deren Storyverlaeufe sich hiermit wohl hinsichtlich einiger Charaktere ueberschneiden, namentlich "Chaingang" und "Im Blutrausch" und diese konsequenterweise gleich mitbestellt.
Habe allerdings noch nicht angefangen zu lesen, weil, ja weil... Die Chronologie ist mir nicht ganz klar. :oops: Ich moechte allerdings aus Angst vor Spoilern nicht zu viel vorher herumrecherchieren... Daher mal die Frage, ob jemand hier diese Werke evtl. bereits gelesen hat, was fuer diese drei die korrekte Chronologie ist und ob es ggfs. noch andere Werke im gleichen Storygefuege gibt.
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RipvanWinkle
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Re: Der offizielle Literatur-Thread

#154 Beitrag von RipvanWinkle » Donnerstag, 23. Oktober 2014, 12:52

Also ich habe "Slob" (so der Originaltitel) vor Urzeiten noch als Teenager gelesen, da man es in irgendeinem versponnenen Internetartikel in einem Atemzug mit American Psycho genannt hat - aber mit Bret Easton Ellis stilistischem Geschick und seiner Sozialsatire hat Rex Miller ungefähr soviel gemeinsam wie James Joyce mit der Autobiographie von Boris Becker.

Ich kann mich nicht mehr an so viele Details erinnern (nicht einmal mehr an die Mordszenen) - für mich war das Buch ein schlechterer Groschenroman, der auch zu schlecht geschrieben war, um als ein "guilty pleasure" durchzugehen.

Aber das ist wie gesagt gut 15 Jahre her - ich bin also in jedem Fall gespannt, was Du dazu zu sagen hast.
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Re: Der offizielle Literatur-Thread

#155 Beitrag von LIH » Dienstag, 28. Oktober 2014, 15:57

Oh, ein Bret Easton Ellis Fan?

Ich bin immer so hin und her gerissen welches Buch ich von ihm mal in die Hand nehmen sollte. American Psycho (sowohl Film als auch Buch) haben mir gefallen, Glamorama dagegen war etwas merkwürdig, auch wenn Bret Easton Ellis darin wieder deutlich zu erkennen war.
Was kann man von dem Autor sonst noch so empfehlen?

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RipvanWinkle
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Re: Der offizielle Literatur-Thread

#156 Beitrag von RipvanWinkle » Dienstag, 28. Oktober 2014, 23:07

An Glamorama habe ich mich nie rangetraut, weil mich der Umfang (und einige Kritiken) doch eher abgeschreckt haben - lohnt es sich denn generell?
Von Ellis habe ich ansonsten nur noch Lunar Park gelesen (sein vorletztes), und das kann ich vollen Herzens empfehlen - es ist eine Mischung aus Lebensbeichte (Protagonist ist der Autor selbst), Satire und Horrorroman, und zentrales Motiv des Buches ist die Selbstbefreiung von Dämonen der Vergangenheit.

Lohnt sich in jedem Fall. :respekt:
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Re: Der offizielle Literatur-Thread

#157 Beitrag von LIH » Samstag, 15. November 2014, 17:22

RipvanWinkle hat geschrieben:An Glamorama habe ich mich nie rangetraut, weil mich der Umfang (und einige Kritiken) doch eher abgeschreckt haben - lohnt es sich denn generell?
Von Ellis habe ich ansonsten nur noch Lunar Park gelesen (sein vorletztes), und das kann ich vollen Herzens empfehlen - es ist eine Mischung aus Lebensbeichte (Protagonist ist der Autor selbst), Satire und Horrorroman, und zentrales Motiv des Buches ist die Selbstbefreiung von Dämonen der Vergangenheit.

Lohnt sich in jedem Fall. :respekt:
Späte Antwort, passiert bei mir öfters, sorry.
Also an Glamorama und dessen Handlung kann ich mich ehrlich gesagt gar nicht mehr so gut erinnern, da musste ich tatsächlich Wikipedia zur Hilfe nehmen. Liegt vielleicht auch daran, dass es zu diesem Buch ja keinen Film gibt und ich deswegen wieder vieles vergessen habe.
Ich kann mich aber noch daran erinnern, dass der Stil eindeutig mit American Psycho zu vergleichen ist, es kam mir damals fast schon wie eine Kopie vor, nur statt Luxusartikel, Musik und Kleidung sind in Glamorama berühmte Models der 90er im Fokus. Wäre natürlich klar von Vorteil die Namen zumindest zu kennen. Aber da liegt eben das Problem, mich interessiert die Modebranche nicht und somit war auch das Buch keine Offenbarung.

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Re: Der offizielle Literatur-Thread

#158 Beitrag von Calydon » Sonntag, 16. November 2014, 12:14

...Lunar Park habe ich direkt mal auf meinen Wunschzettel gepackt 8)
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RipvanWinkle
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Re: Der offizielle Literatur-Thread

#159 Beitrag von RipvanWinkle » Freitag, 21. November 2014, 11:53

Das wirst Du definitiv nicht bereuen - aber nur die englische OV lesen (auf Französisch kommt es glaube ich nicht so gut :mrgreen: )
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Re: Der offizielle Literatur-Thread

#160 Beitrag von LIH » Montag, 24. November 2014, 21:46

Wer übrigens auf diesen "American Psycho" Stil steht, bei dem ein Psychopat einen gewissen Fokus auf ein bestimmtes Thema im Alltag hat und ins kleinste Detail zerlegt, dem könnte ich vielleicht noch 39,90 (im Original 99 Francs) empfehlen.
Hierbei berichtet ein hohes Tier in der Werbeindustrie von den dekadenten Auswüchsen der Branche und analysiert und bespricht die Werbesprüche und Clips der späten 90er Jahre.

Ich hatte da schon mal im Filmthread eine Empfehlung zur gleichnamigen Filmumsetzung gegeben, der nochmal einen ganzen Ticken abgedrehter ist und sich auch lohnt.

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Re: Der offizielle Literatur-Thread

#161 Beitrag von 0000143154 » Freitag, 26. Dezember 2014, 00:56

Kürzlich lese ich gerade die klassische Werke von Goethe,viele kann ich noch nicht verstehen, nun kann ich mich ergreifen,aber wirklich gutes Gefüles, mit großem Mann zu sprechen durch das Buch. :o

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Re: Der offizielle Literatur-Thread

#162 Beitrag von Zombie » Samstag, 21. Februar 2015, 19:35

Endboss: Extraleben Teil 3

Für mich ein würdiger Abschluss der Trilogie und wer die ersten beiden Teile kennt sollte den Schluß nicht verpassen :respekt:
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#163 Beitrag von Kazi » Freitag, 12. Juni 2015, 16:44

LIH hat geschrieben:Wer übrigens auf diesen "American Psycho" Stil steht, bei dem ein Psychopat einen gewissen Fokus auf ein bestimmtes Thema im Alltag hat und ins kleinste Detail zerlegt, dem könnte ich vielleicht noch 39,90 (im Original 99 Francs) empfehlen.
Hierbei berichtet ein hohes Tier in der Werbeindustrie von den dekadenten Auswüchsen der Branche und analysiert und bespricht die Werbesprüche und Clips der späten 90er Jahre.

Ich hatte da schon mal im Filmthread eine Empfehlung zur gleichnamigen Filmumsetzung gegeben, der nochmal einen ganzen Ticken abgedrehter ist und sich auch lohnt.
Das Buch hatte ich letztens auch in der Hand. Unterscheidet sich das stark vom Film. Den kenne ich nämlich schon. Lohnt es sich trotzdem nochmal das Buch nochmal zu lesen?

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Re: Der offizielle Literatur-Thread

#164 Beitrag von LIH » Freitag, 12. Juni 2015, 22:11

Hm, also ich würde sagen nein, es lohnt sich nicht wirklich noch das Buch zu lesen. Allgemein ist die Geschichte gleich, wobei das Ende auf jeden Fall anders ist. Ich weiß gar nicht mehr genau wie das Buch endet, aber es war anders. Ansonsten fehlt der übertriebene, spaßige und absurde Stil des Films. Die lustigen Episoden des Films sind auch im Buch enthalten, aber eben in diesem Medium längst nicht so eindrucksvoll präsentiert.

Wenn du aber ein Kind der Neunziger bist und anhand Werbesprüche und Slogans wieder an diese Zeit denken willst, dann könnte sich das Buch wiederum lohnen. Das fehlte im Film, im Buch kommen mehrere solcher alter Slogans vor, die einen fast schon nostalgisch werden lassen.

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Re: Der offizielle Literatur-Thread

#165 Beitrag von Kazi » Montag, 15. Juni 2015, 16:42

Naja, ein anderes Ende hört sich doch schon mal gut an. Zumal es auch schon ein Weilchen her ist, dass ich den Film gesehen habe. Wenn mir das Buch das nächste mal in die Hände fällt, werde ich dann wohl doch mal zuschlagen.

Danke :)

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Re: Der offizielle Literatur-Thread

#166 Beitrag von Zombie » Montag, 14. August 2017, 22:37

Habe endlich mal wieder Zeit gehabt ein Buch zu lesen :shock:
Retroland Extraleben 4 von Constantin Gillies dem vierten Teil der Extraleben-Romanserie und auch der beste von allen :respekt:
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